Taschengeld: Ab wann? Wofür? Und überhaupt – wieviel?

Dein Kind ist gerade eingeschult, der Brustbeutel gehört zum Lieblings-Accessoire und will gefüllt werden. Da stellt sich die Frage nach dem Taschengeld.

Kolumnistin Eva hat sich ein paar Gedanken dazu gemacht…

Sparschwein, Taschengeld und das erste iPad

Zugegeben, dass Thema Taschengeld habe ich lange verdrängt. Aussagen meiner Tochter, wie „die Hannah bekommt jede Woche zwei Euro Taschengeld und kann sich davon Eis und Sticker kaufen“ ließen mich Aufhorchen. Spätestens zum Beginn der Grundschulzeit des Nachwuchses sollten wir Eltern uns mit dem Thema „Taschengeld für die Sprösslinge – ja oder nein?“ befassen. Und falls ja, ab welchem Alter ist Taschengeld sinnvoll? Wie oft? Und überhaupt, in welcher Höhe soll das Taschengeld ausgezahlt werden? Und überhaupt, wie hoch soll denn bitte der Betrag sein?

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Foto @Fotolia

Kann mit der regelmäßigen Auszahlung von Taschengeld tatsächlich das pädagogische Ziel, nämlich das Erlernen des verantwortungsvollen Umgangs mit Geld, erlernt werden?

Kurz: Für uns Eltern bedeutet Taschengeld eine Aufgabe mehr in der Nachwuchsarbeit, der Erziehung. Genau aus diesem Grund habe ich mich vor diesem Thema auch lange gedrückt. Elternabende, Kindergeburtstage, Kuchenbacken & Co. bringen mich neben den täglichen Aufgaben der Haushaltsführung, Kinderbetreuung und der eigenen Berufstätigkeit an den Rande des Wahnsinns. Und jetzt auch noch Taschengeld. Obendrein haben Einkäufe von Minderjährigen rechtliche Konsequenzen, die im sogenannten Taschengeldparagrafen §110 BGB geregelt sind. Vorsicht und Umsicht liebe Eltern!

Apropos Taschengeldtabelle – die empfohlene Höhe des Taschengeldes

Das Jugendamt veröffentlicht jährlich eine Taschengeldtabelle mit Empfehlungen, wie viel Taschengeld Kinder in welchem Alter bekommen sollten. Diese vom Jugendamt herausgegebene Tabelle ist eine gute Richtschnur für die Festlegung eines angemessenen Taschengeldes. Der entscheidende Faktor für die Taschengeldhöhe ist dabei das Alter des Kindes. Wie Ihr anhand der Taschengeldtabelle 2016 ersehen könnt, empfiehlt das Jugendamt bereits im frühen Kindesalter von vier oder fünf Jahren den Kindern zum ersten Mal ein wenig Geld zur freien Verfügung zu überlassen – das erste Taschengeld.

Taschengelderhöhung

Mit zunehmendem Alter sollte dann der Geldbetrag bis zur einer Obergrenze von 70 Euro im Alter von 18 Jahren immer weiter erhöht werden. Wie auch bei uns Erwachsenen gibt es Spitzenverdiener unter den Sprösslingen, die monatlich genügend Geld für Smartphone und Marken-Jeans bekommen und Kids die sich am besten schon im Kleinkindalter in Bescheidenheit üben sollten.

Aber ganz ehrlich, wenn ich laut Empfehlung des Jugendamtes meinem vierjährigen Kindergartenkind pro Woche 50 Cent Taschengeld überlassen würde, könnte ich sicher sein, dieses Geldstück im Sandkasten unseres Lieblingsspielplatzes wieder zu finden. Irgendwie ist mein Kind nach dem Besuch des Märchenwaldes felsenfest davon überzeugt, dass Wertvolles am besten im Sand verbuddelt werden sollte.

Taschengeld bei Schulkindern – einmal pro Woche oder monatlich?

Die Experten empfehlen, das Taschengeld bei Grundschulkindern an einem bestimmten, vorab gemeinsam vereinbarten, Wochentag auszubezahlen. Erst ältere Kinder können längerfristig Planen und kommen mit einer monatlichen Auszahlung gut zurecht. Voraussetzung für den Zahltag ist neben dem Hauseigenen Goldesel ein Sparschwein oder ein Geldbeutel, die sich im Besitz der Kinder befinden.

Ich würde allen Eltern empfehlen, zunächst mit einem kleinen und einfachen Betrag zu starten. Bei uns war das ein Euro in der ersten Klasse.

Eine mehrstündige Jammerphase.

Unser Grundschulkind wünscht sich ein iPad und war mit der Höhe des Taschengeldes äußerst unzufrieden. Schnell waren meinem Kind nach dem Einsatz der bislang erworbenen mathematischen Kenntnisse klar, dass es bis zum Abitur dauern würde, um das benötigte Geld für ein iPad zusammen gespart zu haben. Was den Berechnungen folgte war eine mehrstündige „Jammerphase“. Wir Eltern blieben konsequent und seitdem ist bei uns das Taschengeld nicht mehr interessant.

Fazit

Es sprechen zahlreiche Argumente dafür und dagegen, Kindern Taschengeld zu geben. Meine persönliche Studie unter befreundeten Eltern hat übrigens ergeben, dass die heute Erwachsenen, die Taschengeld bekommen haben, nicht besser mit Geld umgehen können, als diejenigen unter uns, die damals kein Taschengeld von ihren Eltern bekommen haben.

Ich bin der Meinung, dass jede Familie für sich die Lösung finden sollte, mit der alle zufrieden sind.

Und ich bin davon überzeugt, dass es Alternativen zum Taschengeld gibt, mit denen Kinder einen verantwortungsvollen Umgang mit Geld erlernen können.

Eva-Portrait

Eva hat nach der Geburt ihrer Töchter Surfcamps gegen den idyllischen Starnberger See eingetauscht. Einziger Knackpunkt: Auch hier gibt es Wendy Hefte. Leider! Denn jetzt muss auch sie sich der Taschengeldfrage für ihre Erstgeborene stellen. Mehr von Eva kannst Du auf ihrem Lifestyle Blog www.stylepuppe.com lesen.

Taschengeld: Ab wann? Wofür? Und überhaupt – wieviel?
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