Zähne putzen: So bleiben die Zähne von Deinem Kind gesund

Morgens und abends Zähne putzen nicht vergessen, heißt es schon in der Werbung. Doch welches Kind mag das schon gerne? Für gesunde Zähne, die ein Leben lang halten, ist das jedoch enorm wichtig. Mit einigen Tricks kann man kleine Zahnbürsten-Muffel aber überlisten.

Kathrin vom Mamablog Warme Milch mit Honig hat alles für Dich aufgeschrieben, was Du über die Zahnpflege bei Deinem Kind wissen musst und einen Experten nach ein paar Tipps gefragt…

Sie sind miniklein: Milliarden von Bakterien hat jeder Mensch in seiner Mundhöhle. Mit bloßem Auge sind sie gar nicht zu sehen, aber trotzdem sind sie sehr aggressiv. Noch gefährlicher werden die kleinen Plagegeister, wenn sie mit Zucker in Berührung kommen. Dann entstehen nach wenigen Sekunden Säuren, die den Zähnen schaden können.

Isst man mehrfach am Tag Zucker, wiederholt sich der Vorgang. Dann wird zuerst der Zahnschmelz, dann das Zahnbein und zum Schluss der ganze Zahn zerstört.

Zähne putzen

Möglichst selten Zucker

Kinder könnten ja den ganzen Tag über Süßigkeiten essen. Doch gerade diese ständige Wiederholung ist besonders schädlich für die Zähne. Daher sollte man darauf achten, wie viel Zucker sie an einem Tag zu sich nehmen. Für die Karies-Entstehung ist besonders die Häufigkeit von Säureangriffen entscheidend.

  • Es ist nämlich für die Zähne weniger schädlich, wenn man viel Zucker auf einmal verzehrt, als kleinere Mengen über den ganzen Tag verteilt.

Das bedeutet, dass die Zwischenmahlzeiten nicht mehr aus Bonbons, Kuchen, Schokolade, Schnitten oder Limonade bestehen sollten. Auch Bananen oder getrocknete Früchte enthalten viel Zucker, der an den Zähnen kleben bleibt. Besser sind Obstsorten, die einen geringen Zuckeranteil haben. Auch gut sind Brot und Brötchen mit Butter oder Margarine, Käse, Quark oder magerer Wurst, Milch, ungezuckerter Tee oder Mineralwasser.

 

Zahnfreundliche Süßigkeiten

Für Kinder, die unbedingt zwischen den Mahlzeiten naschen wollen, gibt es spezielle Süßigkeiten, die Zuckeraustauschstoffe wie Xylit, Sorbit oder Isomalt enthalten. Diese schmecken trotzdem süß, sind aber für die Zähne wesentlich weniger schädlich.

  • Am besten sind die Süßigkeiten, die das Zeichen „Zahnmännchen mit Schirm“ besitzen.

„Das Zahnmännchen zeigt, dass wissenschaftlich bewiesen wurde, dass diese Süßigkeiten keinen Karies verursachen“, sagt Zahnarzt Lars Christian Budde aus Hamm. „Denn Achtung: Nur weil „zuckerfrei“ darauf steht, ist ein Produkt nicht gleich zahnfreundlich.“

 

Ein sauberer Zahn wird nicht krank

Mundbakterien produzieren Säuren nicht nur aus Zucker, sondern auch aus Kohlenhydraten – wie zum Beispiel aus Stärke, die in Brot und Teigwaren enthalten ist. Dafür benötigen die Mundbakterien jedoch einige Zeit.

  • Daher sollte man nach jeder Mahlzeit seine Zähne gründlich putzen und abends nochmal zusätzlich die Zahnzwischenräume mit Zahnseide säubern – sogar schon bei kleinen Kindern.

Das Zähneputzen ist nicht nur für die Gesundheit gut, sondern hilft auch gegen Mundgeruch.

 

Die richtige Zahnbürste

Schon beim ersten Zahn solltest Du mit dem Putzen anfangen – denn kaum linst er aus dem Zahnfleisch, kann er auch schon dreckig werden. Am besten nimmst Du dazu eine wirklich weiche Babyzahnbürste und eine Zahnpasta „für den ersten Zahn“. Es gibt Zahnbürsten mit Prinzessin Lillifee-Motiv oder sogar Handzahnbürsten, die blinken.

Erst ab drei Jahren sollte Dein Kind auf eine elektrische Zahnbürste umsteigen, mit der das Putzen meist leichter geht und die genauer putzt (sie blinkt, spielt lustige Musik und ein Piepton zeigt an, wann man fertig ist). Spezielle Zahnbürsten-Geschäfte wie „Die Zahnbürste“ in der Frauenstraße in München beraten gut, welche Zahnbürsten die richtigen sind.

 

Zahnseide sogar für kleine Kinder

Zahnärzte raten mittlerweile sogar dazu, dass selbst kleine Kinder Zahnseide benutzen, um die Zahnzwischenräume frei zu halten. Natürlich ist das noch ein schwereres Unterfangen, als Kinder zum Zähneputzen zu bewegen. Wenn Du aber jeden Tag dran bleibst und Dein Kind mit einer lustigen Geschichte überlistet (zum Beispiel „Der Cowboy schwingt ein Lasso um den Zahn und fängt ihn ein.“), kann es klappen.

 

Fluorid macht Zähne haltbarer

In vielen Zahnpasten, Gelen, Mundspüllösungen, Mundwässern oder Tabletten ist Fluorid enthalten. Ebenso kann der Zahnarzt einen Fluoridlack auf die Zähne auftragen. Fluorid beschleunigt die Remineralisation.

  • Das bedeutet: Kleine Zahnschäden, die durch Säuren verursacht wurden, werden repariert. So halten die Zähne länger.

Allerdings solltest Du kein Fluorid zuführen, wenn schon Ihr Eltern Probleme mit weißen Flecken auf den Zähnen haben – das kann eine Überfluoridisierung sein.

 

Heilen sich Löcher bald selbst?

Ach, wäre das ein Segen: Britische Forscher um Paul Sharpe vom Kings College in London haben eine Füllung entwickelt, die die Stammzellen der Zähne anregt, sich selbst zu heilen. Sie wird in die Zähne gespritzt und löst sich danach selbst auf. Die Füllung wurde zwar bisher erst an Mäusen getestet und ihre Wirkung muss noch an Menschen bestätigt werden. Aber ähnliche Ansätze wurden bereits von anderen Arbeitsgruppen aus den USA und Japan vorgestellt.

In Zukunft wollen die Forscher sogar ganze Zähne nachwachsen lassen. Vielleicht muss dann nie wieder gebohrt werden.

 

Tipps von Zahnarzt Lars Christian Budde aus Hamm: So bleiben Zähne gesund

  • möglichst selten zuckerhaltige Nahrungsmittel essen
  • „Zwischenmahlzeiten“ sollten grundsätzlich zuckerfrei sein
  • nach den Mahlzeiten und nach zuckerhaltigen „Zwischenmahlzeiten“ gründlich die Zähne putzen
  • regelmäßig Fluorid anwenden
  • zweimal jährlich zur Kontrolle und zur Individualprophylaxe zum Zahnarzt, auch wenn nichts weh tut

Auf ihrem Blog Warme Milch mit Honig schreibt Zweifach-Mama und Wissenschaftsredakteurin Kathrin über kleine Tipps und Tricks wie Kinder fit werden und bleiben, neueste Wissenschaftsstudien über Kindergesundheit und vieles mehr. Schau doch mal vorbei: www.warmemilchmithonig.de.

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