Eine Mama am Rande des Nervenzusammenbruchs. Interview mit Autorin & Bloggerin Nina M. Massek

Nina M. Massek flunkert und steht dazu. Immer mit einer Prise Humor und Selbstironie erzählt sie auf ihrem Blog Frau Mutter Episoden aus dem bunten Familienalltag mit Mann, Kleinkind und Schulkind in Berlin. Man sollte sich nicht zu ernst nehmen, ist ihre Devise. Im November 2015 erschien ihr erstes Buch „Eine Mama am Rande des Nervenzusammenbruchs – 20 wunderbare Flunkereien, die Eltern das Leben erleichtern“.

Unsere limango Redakteurin Claire hat Nina neugierig ein paar Fragen zu ihrem Erstlingswerk gestellt…

Liebe Nina, Du bist Mami von zwei Kids, wie alt sind die beiden?

Mein Sohn ist neun Jahre alt und meine Tochter fünf.

 

Ist Flunkern erlaubt?

 

Hand aufs Herz. Wird das mit den Flunkereien mit zunehmendem Alter der Kleinen besser oder schlimmer?

Hahaha, es wird natürlich schlimmer (für mich, weil ich dauernd ertappt werde). Ist auch okay so, die kleinen Notlügen sind ja dafür gedacht, den Alltag manchmal etwas leichter zu machen und wenn man mit dem dreijährigen Kind nicht diskutieren kann oder will. Das „Flunker-Fenster“ schließt sich nun bald, aber das passt schon!

Kauft Dein Schulkind Dir diese kleinen Unwahrheiten noch ab?  

Die Antwort meines Sohnes bei meinen Notlügen ist nun sehr oft: „Ist klaaar, Mama, ist gaaanz klaaar. Schreib das mal in Dein Buch!“. Ertappt. Wir müssen dann beide herzhaft lachen.

 

Kein Flunkern bei ernsten Themen!

 

Meldet sich ab und an Dein schlechtes (Mama-)Gewissen?

Ich flunkere generell nicht bei ernsten und wichtigen Themen, wie Krankheit, Tod, Trennung. Es hat halt mal der Bäcker zu, die Glitzer-Sandalen sind im Winter leider in der Wäsche (die wollte meine Tochter eine Phase lang immer (!) anziehen) oder ich habe die Telefonnummer des Freundes verlegt. Am nächsten Tag finde ich die Telefonnummer wieder und wir gehen wieder zum Bäcker…

Unseren Kindern bringen wir von klein auf bei „Man darf nicht lügen“. Du schreibst gleich ein ganzes Buch darüber. Flunkerei – übrigens ein überaus charmanter Ausdruck für „Lüge“. Ob Studentin, Mama, Papa, Oma, Opa oder auch Kind („Mama, ich habe schon meine Hände gewaschen“). Sind Notlügen also erlaubt? Ist Flunkerei der liebevolle Ausdruck für Notlüge?

Die Kinder, die ich fürs Buch interviewt habe, wissen sehr wohl, dass eine Notlüge (im englischen übrigens „white lie“, ganz unschuldig (lacht)) sehr wohl auch vor verletzten Gefühlen bewahren kann. Interessanterweise wurde das sogar im Religionsunterricht durchgenommen. Man muss hier immer abwägen, denke ich.

„Der Spielplatz hat heute zu“. Flunkerei Nummer sechs ist der Hit, bei diesem Kapitel musste ich laut auflachen. Schwindeln kann teilweise eine wunderbare Strategie zur Konfliktbewältigung sein. „Eine Mama am Rande des Nervenzusammenbruchs“ macht Mamas Mut, zeigt uns auf, dass diese kleinen Flunkereien ok sind. Wie ist das Feedback? Fühlen sich die Mütter verstanden oder gibt es Gegenwind?

Ich habe sehr viel positives Feedback bekommen, wohl auch deswegen, weil ich zeige, dass Familienalltag nicht immer dogmatisch wie im Erziehungsratgeber ablaufen muss. Fehler passieren, man wird auch als Erwachsene ertappt, aber man muss immer über sich selbst lachen können, beziehungsweise sich selbst nicht so ernst nehmen. Wem diese Haltung gefällt, dem gefällt auch mein Buch. Wer es regelkonformer mag, der kauft sich vielleicht etwas anderes.

 

Alles frei erfunden?

 

Sind die Flunkereien im Buch frei erfunden?

Stehe ich jetzt unter Eid? (lacht)

Spaß beiseite, es ist eine Mischung aus selbst erlebten, Geschichten aus meiner Kindheit und der meines Mannes. Freunde erzählen mir natürlich auch immer von ihren Erlebnissen, so nach dem Motto „Das ist was für Dein Buch“.

Wann kommt Teil zwei?

Ich erlebe ja täglich so viel mit meinen Kindern, das passt bald nicht mehr ins Internet auf den Blog. Aber es muss noch ein bisschen an Ideen gefeilt werden.

Limango Redakteurin Claire (34, Content Marketing Managerin bei limango) hat sich auch schon das ein oder andere Mal beim Flunkern ertappt. Ist doch ganz klar, dass auch der Lieblingsspielplatz ihres Söhnchens Öffnungszeiten hat. Ob sich ihr schlechtes Gewissen meldet? Nur wenn riesige Krokodilstränen über die Wangen ihres Kleinen rollen. Dann treten spontan doch die Sonderöffnungszeiten in Kraft.

Eine Mama am Rande des Nervenzusammenbruchs. Interview mit Autorin & Bloggerin Nina M. Massek
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limango Redaktion

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