Mamasein: 7 Dinge, die Du nicht wusstest, bevor Du Mama wurdest

Dein Bauch wird von Tag zu Tag größer, so wie auch die Vorfreude auf Deine neue Rolle als Mama. In der Schwangerschaft malt man sich bereits das künftige Leben mit Kind aus – doch ein paar Erwartungen haben leider nichts mit der Realität zu tun.

Unsere Gastautorin Timea Sternkopf, freie Journalistin und Mama einer zweijährigen Tochter, erzählt Dir heute von den Dingen, die sie selber nicht erwartet hatte, bevor sie ein Kind bekam…

Als ich schwanger war, konnte ich es kaum erwarten, dass mein kleiner Bauchbewohner die Welt auch endlich außerhalb meines Körpers erblickte. Ich kann mich noch gut an die Vorfreude und auch an die Angst vor dem Unbekannten erinnern, die mit jedem Tag Richtung Geburtstermin größer wurde.

In meinem Kopfkino lief ein Film voller Glück und Harmonie mit unendlichen Kuschelstunden, sorgfreien Babyschwimmkursen, Krabbelgruppen und erholsamen Spaziergängen mit Kinderwagen.

Als meine Tochter auf die Welt kam, änderte sich alles schlagartig und ein ganz anderer Film wurde zur Realität. Natürlich bereichert ein Kind das Leben auf eine wundervolle Weise. Aber nicht alles ist einfach!

Mamsein, 7 Dinge, die du nicht wusstest

7 Dinge, die Du (vielleicht) nicht wusstest bevor Du Mama wurdest:

1. Das erste Jahr Mamasein kann sehr einsam sein

Wenn Du ein Baby hast, dann bist Du immer in (süßester) Gesellschaft. Trotzdem kann sich Einsamkeit wie ein Schleier über Dein neues Leben mit Kind legen. Noch nie fühlte ich mich so einsam, wie im ersten Jahr nach der Geburt. Krabbelgruppen, Schwimmkurse, Mama-Baby-Yoga besuchte ich nicht. Mein Baby war kein Anfänger-Baby. Mein Baby schrie bei jeder Kleinigkeit und ließ sich nicht problemlos von A nach B transportieren. Mein Baby wollte nicht alles mitmachen, was Mama sich so schön vorstellte, als sie schwanger war. Machmnal kann es passieren, dass Du eine kurze Zeit von ganz anderen Personen umgeben bist: Deine neuen Arbeitskollegen sind der Wickeltisch und Deine Sportsfreundin das Spucktuch. Statt Tratsch mit den Freundinnen, führst Du Gespräche mit einem unglaublich liebenswerten Wesen, das allerdings noch keine verständlichen Antworten gibt.

2. Dein Freundeskreis (und auch Du) ändert sich

Wenn Du Mama wirst, kannst Du natürlich weiterhin Deine Freunde treffen und etwas unternehmen. Doch rechne nicht damit, dass Du mit kinderlosen Freunden genauso viel Zeit verbringen wirst, wie vorher – denn das wirst Du nicht. Die Themen, die Dich im ersten Babyjahr interessieren, sind für kinderlose Menschen banal: Brei oder nicht Brei, Stillen oder Fläschchen – darüber unterhalten sich wirklich nur Eltern. Aber keine Sorge: Es ist alles nur eine Phase!

3. Kinderkaka stinkt auch!

Lass Dir von anderen Mamis keinen Bären aufbinden: Nein, Kinderkaka riecht nicht nach süßen Rosen. Als Mutter wirst Du Dinge tun und erleben, die sicherlich nicht auf Deiner Hitliste der “Dinge, die Du unbedingt erlebt haben solltest” landen. Erbrochenes und Fäkalien sind definitiv IMMER eklig. Aber Du erträgst es mit einer stoischen Gelassenheit, denn was willst Du sonst tun?!

4. Völlige Überforderung bekommt eine ganz neue Bedeutung

Es könnte passieren, dass Du noch schwanger und gestresst in Deinem Job die “arbeitsfreie” Elternzeit kaum erwarten kannst. Jeden Tag in Ruhe ausschlafen, mit Baby kuscheln und schöne Dinge unternehmen. Hier kommt der Realitätscheck: Wenn Dein Neugeborenes stundenlang ununterbrochen schreit, der Hund (falls Du keinen hast, besorg Dir keinen…) nervös hin- und hertippelt, weil mal wieder keiner mit ihm Gassi gegangen ist und Deine Brüste schmerzen, weil das Stillen nicht so klappt wie es sollte, dann kann es passieren, dass Du für einen Moment den alten Büroalltag herbeisehnst. Für einen Moment. Doch dann strahlt Dein Baby Dich wieder mit seinem Engelslächeln an…

5. Schlafentzug IST die Hölle

Eine Nacht mit wenig Schlaf und ein anstrengender Tag darauf – wer kennt das nicht?! Nun stell Dir vor das Ganze passiert Dir wochenlang, monatelang oder wie in meinem Fall 13 Monate lang jeden Tag. Du denkst, Du wirst nie wieder gut schlafen. Und genauso ist es auch. Schlafentzug ist die Hölle und sie holt Dich ein. Selbst wenn Du das Glück hast und ein Durchschlaf-Baby auf die Welt gebracht hast (gibt es sowas wirklich?!), wirst Du nie wieder so schlafen wie zuvor. Und nein, man kann nicht in der Schwangerschaft “vorschlafen” oder Schlaf tanken wenn das Kind mal bei der Oma ist. Schlaf brauchst Du jeden Tag und vor allem genügend davon. Aber Du bekommst ihn einfach nicht mehr in der Dosis, wie Du es gewohnt bist. Aber irgendwann wieder, denn auch das ist eine Phase. Zum Glück!

6. Dein Körper verändert sich wirklich

Natürlich hast Du schon gehört, dass eine Schwangerschaft Deinen Körper verändern kann. Doch es kommt noch schlimmer: Nach der Geburt kann es passieren, dass Deine Haare ausfallen. Waren sie in der Schwangerschaft noch glänzend und prächtig, so werden sie auf einmal matt und haften sich an die Haarbürste wie Magneten. War Deine Haut vor der Geburt strahlend und glatt, so wirst Du merken, wie Du auf einmal (Sorgen-)Falten bekommst, die so nicht geplant waren. Nach der Geburt verlierst Du sofort die Hälfte Deiner Schwangerschaftspfunde, das stimmt. Die andere Hälfte klammert sich hartnäckig um Deinen Bauchumfang und selbst das hochgelobte Stillen ist kein Garant für eine magische Gewichtsabnahme. Doch: Irgendwann passt Deine alte Jeans wieder. Und wenn nicht, kaufst Du eben eine Neue! Zum Beispiel bei limango.de.

7. Das ist LIEBE! Und ich weiß jetzt: Liebe ist nicht gleich Liebe

Bevor meine Tochter auf die Welt kam, dachte ich, dass ich Liebe kenne. Ich liebe meine Familie, ich liebe meinen Mann. Doch dann kam meine Tochter und eine Welle von überwältigender, noch nie dagewesener Liebe, überflutete mein leidenschaftliches Herz. Platz ist selbstverständlich immer noch für Alle da, aber die Liebe zu meiner Tochter ist sicherlich die unbeschreiblichste von allen. Es ist eine Liebe, die ich vorher noch nicht kannte und die ich jedem Menschen wünsche. Lass Dich überraschen!

Timea

Unsere Gastautorin Timea lebt mit ihrer kleinen Familie (Tochter (2), Ehemann und Hund) bei München und schreibt für ihr Leben gerne über das Mamasein. Immer mit etwas Humor und garantiert mit viel Mamaliebe.

Mamasein: 7 Dinge, die Du nicht wusstest, bevor Du Mama wurdest
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Eltern

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Wer weiß besser über das Familienleben Bescheid, als Eltern selbst. So freuen sich unsere Gastautoren - waschechte Schreiberlinge mit Kids zwischen 0 und 12 Jahren - in ihren Texten spannende Familienthemen mit Dir zu teilen.

3 Kommentare
  1. Liebe Mamas und Papas „in guter Hoffnung“,

    wie das früher genannt wurde … weil man natürlich nur gutes erhofft hat, was ja nun auch die richtige Einstellung dazu ist.
    Nach der Lektüre des Artikels von Timea möchte ich doch einige Anmerkungen dazu machen. Ich selbst bin nach mehreren Schwangerschaften Mutter von 2 Söhnen und habe inzwischen auch 2 Enkeltöchter, also nicht unerfahren in Sachen Kinderkriegen und -haben.
    Ich wünsche allen werdenden Müttern und Vätern, dass sie eine gute Hebamme an ihrer Seite haben die sie begleitet, besonders beim ersten Kind. Information ist gut, kann aber auch schaden, verunsichern, Angst schüren usw. Bitte hört weg, wenn gut gemeinte Erfahrungen von allen Seiten bei euch ankommen. Auf jeden Fall immer im Bewusstsein haben, dass jede und ich meine jede, sogar bei den gleichen Eltern, Schwangerschaft anders verläuft, und jede Geburt ebenfalls. Wenn Timea ein Schreibaby hatte, dann heißt das nicht, dass das jeder Säugling macht. Das kann viele Ursachen haben, Hunger nach Nähe, Wärme, Liebe und tatsächlich einen Schluck Muttermilch und oft eben Unwohlsein in allen Variationen. Ich habe meine Kinder dann angelegt und sind dabei beide immer sehr ruhig und zufrieden geworden/gewesen… egal zu welcher Uhrzeit. Das ist mein Tipp, der sich bestens bewährt hat. Und noch eins zum Abschluss … einfach darauf vertrauen und nicht nur hoffen, dass ein Kind eine wunderbare Bereicherung eures Lebens ist … das Ganze ein natürliches Ereignis und keine Krankheit, eine Erfahrung die ihr alle drei (Mutter/Vater/Kind) machen wollt. Viel Freude wünscht
    KiBarbara

  2. Da finde ich mich nur zu gut wieder… ein Kind, das auf die Welt kommt und viel weint und zum schlafen nicht abgelegt werden kann… Das hat in mir auch den einen oder anderen Moment von Überforderung ausgelöst. Aber man schafft das alles, mit viel Liebe und damit dass man merkt, dass doch nach und nach alles ein bisschen einfacher wird. Bei dem einen früher und beim anderen dauert es eben etwas länger. Worüber ich mich allerdings häufig ärgere ist das Unverständnis von Freunden und Familie.

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