Zahnen: Mein Baby zahnt – was hilft gegen die Schmerzen?

Was hilft gegen Schmerzen beim Zahnen und schlaflose Nächte? Mit dunklen Augenschatten drehst Du nächtliche Runden, hast alle Ablenkungsmanöver aus der Trickkiste gezogen, aber Dein Baby ist gar nicht gut drauf und quält sich. Auch am Tag ist Dein sonst so zufriedener Wonneproppen schlecht gelaunt und weinerlich. Der beste Platz auf Erden zu jeder Zeit: Mamas Arm…

Wenn die ersten Zähnchen kommen, kann es für Kind und Mama manchmal ungemütlich werden, denn bis das erste kleine Weiß herauslugt, kann das Zahnen Deinem Baby ziemlich wehtun. Klar, da müsst ihr durch. Aber welche Helferlein gibt es, Babys Schmerzen beim Zahnen zu lindern, damit ihr beiden diese Zeit gut übersteht? Und woran erkennst Du, dass es wirklich die ersten Zähne sind, die Dein Baby so ärgern?

 

Woran erkenne ich, dass mein Baby zahnt?

Manchmal ist es gar nicht so einfach zu erkennen, was Deinem Baby nun gerade fehlt. Ist es wirklich das Zahnen, oder bahnt sich ein Infekt an? Damit Du Deinem Baby helfen kannst, ist es wichtig, die Symptome richtig zu deuten.

20 Zähnchen sind bei Babys angelegt, die ab dem 6. Monat – manchmal auch schon früher – nach und nach kommen. Allerdings lächeln manche Babys auch noch bis zum 10. Monat oder gar 11. Monat entzückend zahnlos. Manche Kinder bekommen die Zähne so nebenbei. Die Zähne sind dann plötzlich da, ohne durchwachte Nächte, Schmerzen und Weinen. Aber vielen Babys setzt das Zahnen ganz schön zu.

 

Symptome des Zahnes

Diese typischen Symptome können in unterschiedlich starker Ausprägung auftreten:

  • Dein Baby möchte am liebsten die ganze Zeit auf etwas herumkauen. Gegenstände in Reichweite, Finger oder gleich das ganze Fäustchen wandern in den Mund.
  • Ein ziemlich sicheres Indiz: Speichelfluss – der Speichel fließt und fließt und es wird ganz schön nass. Die Haut um den Mund herum kann durch den Speichel wund werden.
  • Beim Zahnen kann das Zahnfleisch leicht anschwellen, ist rötlich und empfindlich.
  • Die Wangen sind gerötet und fühlen sich heiß an.
  • Dein Baby ist unruhig und misslaunig. In der Nacht schläft es schlecht.
  • Dein Baby hat weniger Appetit und isst nicht so gut wie sonst.
  • Dein Baby ist sehr anhänglich und möchte am liebsten die ganze Zeit getragen werden.

Fieber, Durchfall oder ein wunder Po können beim Zahnen hinzukommen. Da dies aber keine typischen Begleiterscheinungen beim Zahnen sind, kann es sich auch um einen parallel ablaufenden Infekt handeln. Während des Zahnens kann Dein Baby anfälliger für Krankheiten sein. Bei anhaltenden und starken Symptomen solltest Du mit Deinem Baby zum Kinderarzt gehen.

 

Wie kann ich meinem Baby das Zahnen erleichtern?

Kühlen, kühlen, kühlen und kauen lassen: Das Durchbrechen der Zähnchen drückt, juckt und reizt das Zahnfleisch. Gegendruck durch Kauen verschafft Deinem Baby Erleichterung und wirkt wie eine Massage. Kühlung wird Deinem Baby gut tun, denn es wirkt abschwellend und entzündungshemmend. Gute Kombi: Beißringe, die mit Kühlgel oder Wasser gefüllt sind und zusätzlich kühlen. Das wirkt abschwellend bei gereiztem Zahnfleisch. Achte beim Beißring unbedingt auf schadstofffreies Material. Du kannst Deinem Baby auch gelegentlich ein Stück gekühlte Gurke oder harte Brotrinde zum Kauen anbieten. Eine willkommene Abwechslung für Dein Kind, aber immer unter Aufsicht, damit es sich nicht daran verschluckt. Wenn es Dein Baby lieber weich mag, ist auch ein kalter, feuchter Waschlappen eine Variante. Aus hygienischen Gründen solltest Du diesen aber mehrmals am Tag wechseln.

Schön trocken halten bei vermehrtem Speichelfluss während des Zahnens: Halstücher sind ein unentbehrliches Accessoire, um nicht ständig den Body wechseln zu müssen.

Bei wunder Haut rund um den Mund hilft eine Babycreme, zum Beispiel mit Zink oder Calendula.

Sanfte Massage: Mit sauberen Fingern oder einer Fingerzahnbürste kannst Du das Zahnfleisch Deines Babys leicht massieren und die Schmerzen lindern. Dein Baby wird Dir schon zeigen, ob ihm das gefällt. Während der Massage kannst Du zusätzlich ungesüßten Kamillentee oder Salbeitee mit auftragen, was die Schmerzen bei entzündetem Zahnfleisch lindert.

Hilfe aus der Homöopathie: Globuli können beim Zahnen unterstützend wirken, sind gut verträglich und haben praktisch keine Nebenwirkungen. Dazu kannst Du Dich bei Deiner Hebamme, beim Heilpraktiker oder Kinderarzt mit homöopathischer Ausbildung beraten lassen und die Globuli individuell auf die Bedürfnisse vom Kind abstimmen lassen.

Zahnungsgels kühlen, stillen den Schmerz und wirken entzündungshemmend und wundheilungsfördernd. Es gibt sie auf rein pflanzlicher Basis mit Kamille, Salbei oder Nelke. Das Gel sollte zuckerfrei und alkoholfrei sein sowie gluten- und laktosefrei. Manche Gels beinhalten ein Lokalanästhetikum, welches die schmerzenden Stellen kurzfristig betäubt. Bei Bedenken kannst Du mit Deinem Arzt Rücksprache halten.

Wenn nichts wirkt und Dein Baby sich quält, kannst Du auch über die Gabe von Medikamenten für Dein Kind nachdenken. Hier solltest Du Dir Rat vom Kinderarzt einholen und die Notwendigkeit abwägen.

Foto @Fotolia

Erst Zahn, dann Zähne putzen – die richtige Zahnpflege für die ersten Milchzähne

Mit dem Zähneputzen geht es schon früh los, denn ist das erste Mausezähnchen da, heißt es „Zahn“ putzen. Schon ab dem ersten Zahn ist es an der Zeit auf eine gute Mundhygiene zu achten, um Karius und Baktus einen Strich durch die Rechnung zu machen. Eine Lernzahnbürste kannst Du übrigens auch schon während des Zahnens zum Einsatz bringen. Darauf kann Dein Baby gut herumbeißen und gewöhnt sich spielerisch an die Zahnbürste im Mund.

 

Liebe ist die beste Medizin

Liebe ist natürlich immer die beste Medizin. Viel Nähe, eine extra Portion Kuscheln und Spielen lenkt Dein Baby von den Schmerzen ab und hilft ihm diesen Entwicklungsschritt zu meistern. Mit der Zeit wirst Du gewiss herausfinden, was Deinem Baby gut hilft und welche Vorlieben es hat. Und auch wenn Du manchmal mit Deinem Mama-Latein am Ende bist – es geht bestimmt vorbei und Dein Baby wird begeistert die erste feste Nahrung knabbern können. Und vielleicht kommt das nächste Zähnchen einfach so nebenbei…

 

Bei unserer Gastautorin Mariam geht es gerade vielmehr ums Zähnchen verlieren, als ums Bekommen. Töchterchen Nummer eins strahlt bereits mit Zahnspange und die kleine Schwester freut sich stolz über jeden einzelnen „Wackelzahn“. Trotzdem erinnert sie sich noch sehr gut an die durchwachten Nächte beim Zahnen ihrer Kinder zurück und ist der festen Meinung „Liebe ist die beste Medizin“.

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Wer weiß besser über das Familienleben Bescheid, als Eltern selbst. So freuen sich unsere Gastautoren - waschechte Schreiberlinge mit Kids zwischen 0 und 12 Jahren - in ihren Texten spannende Familienthemen mit Dir zu teilen.

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