Aus Leonies Handtäschchen: Kind oder Karriere? Kind und Karriere!

Unsere Kolumnistin Leonie ist Mama von zwei Mädchen (12 und 2) und plaudert hier nicht aus dem Nähkästchen, sondern aus dem Handtäschchen. Denn – nähen kann sie überhaupt nicht…

Mit Anfang 20 dachte ich noch: „Ich mache auf jeden Fall Karriere und wenn überhaupt, bekomme ich ganz spät Kinder!“ Und dann war ich mit 23 Jahren schwanger.

Definition von Karriere

Und das war das Beste, was mir überhaupt passieren konnte. „Karriere? Mach ich einfach trotzdem“, war damals mein Plan. Heute weiß ich, dass er aufgegangen ist. Und ich glaube, es hat geklappt, weil ich eben „eine eigene Definition“ von Karriere habe.

Karriere ist für mich nicht, ein Schweine-Geld zu verdienen, kinderlos zu sein und dafür am Morgen um sechs das Haus zu verlassen, gegen 22 Uhr nach Hause zu kommen und mir eine Tütensuppe reinzuschieben, weil der Kühlschrank ohnehin leer ist.

Zeit für Familie

Karriere ist für mich, dass ich die Arbeit machen kann, die ich liebe, zufriedenstellend verdiene und: Dass ich trotzdem Zeit für meine Kinder habe. Karriere ist für mich zu wissen, dass ich etwas mit meiner Arbeit erreiche und mich dies glücklich macht.

Beim Begriff Karriere denkt man an lange Tage, kurze Nächte, fette Gehälter und wenig Zeit für Privates. „Beruflicher Aufstieg“ sagt der Duden. Und obwohl das alles so kräftezehrend und eigentlich so gar nicht erstrebenswert klingt, also die Sache mit den langen Tagen und kurzen Nächten, wird Karriere immer noch in so eine falsche Richtung gehypt. Wer Karriere macht, hat „es geschafft“, finden die Menschen. Doch ich frage mich: „Was eigentlich bedeutet, es „geschafft“ zu haben?“

Vereinbarkeit

Karriere ist doch auch ein eigenes Gefühl. Bin ich zufrieden? Tue ich etwas, das mich erfüllt? Und fühle ich mich dadurch erfolgreich? Wenn ich dreimal laut JA sage, dann mache ich Karriere. Und die kann ich auch mit Kindern machen.

Dieses „entweder-oder“ muss es doch im wahren Leben gar nicht mehr geben. Mütter sind Manager – vor allem zuhause. Und deshalb können sie das auch im Beruf. Mütter wissen, was es heißt, effektiv zu arbeiten – weil sie es Tag für Tag tun. Sie wissen, was es bedeutet, Prioritäten zu setzen, weil sie jeden Tag Entscheidungen treffen müssen. Ob ich als Mama diese Karriere also innerhalb oder außerhalb der Familie mache, oder ob ich beides gleichermaßen tue, Beruf und Familie vereine, es geht. Aber es ist eben eine andere Form von „der Karriere“, von der man so liest.

Ich habe Karriere gemacht. Weil ich es so empfinde. Und weil ich mit meinem beruflichen Aufstieg zufrieden bin. Ich habe keine Villen und keine Pool-Landschaft. Ich habe aber eine Familie. Bezaubernde Kinder. Menschen, die mich im Leben begleiten und tragen. Zeit, für meine Kinder zu kochen. Zeit, ihnen zuzuhören und ihre Tränen zu trocknen. Und trotzdem einen Job, der mich erfüllt. Das ist doch Karriere. Das ist doch eigentlich das „geschafft haben“. Karriere ist, dass ich meinen Beruf so ausüben darf, wie ich ihn liebe und trotzdem für das Wichtigste im Leben Zeit habe, die Familie. Ich finde, nichts auf dieser Welt kann uns Mamas das nehmen. Wir arbeitenden Mamas machen alle Karriere. Unsere. Vielleicht kleiner. So what!?

Mehr von Leonie kannst Du auf ihrem Blog www.minimenschlein.de lesen.

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