Aus Leonies Handtäschchen: Der perfekte Altersabstand?

Kolumnistin Leonie ist Mama von zwei Mädchen (2 und 12) und plaudert hier nicht aus dem Nähkästchen, sondern aus dem Handtäschchen. Denn – nähen kann sie überhaupt nicht…

Wenn Du mal im Restaurant ein Kleinkind mit Fahrradhelm beim Essen siehst – das ist meins. Mein kleines Töchterchen. Ist es schlecht erzogen? Keineswegs. Vielmehr ist es so: Meine große Tochter hat ein Fahrrad und natürlich einen Fahrradhelm. Und was merkt sich die kleine Tochter? Helm gleich cool. Und cool gleich brauche ich auch. Immer. Und überall. Auch beim Essen.

Die große Schwester ist Vorbild.

Die große Schwester ist nun eben Vorbild, die kleine Schwester kann nur noch nicht so recht abwägen, was man in welchen Situationen übernimmt und dass sie die einzige ist, die gerne mit Fahrradhelm am Tisch sitzen mag.

Meine Mädchen sind zwei und zwölf Jahre alt. Oft werde ich gefragt, wie denn der Altersabstand zustande kam, wie er überhaupt funktioniert und „ob“ er überhaupt funktioniert. Ich glaube, wenn man einen so großen Altersabstand bei Kindern hat, dann ist das fast wie mit Zwillingen. Es regnet Fragen. Und anstatt

Dann sind die aber weit auseinander…

„ACH ECHT? Zwillinge???“ höre ich „ACH ECHT? Dann sind die aber weit auseinander. Klappt das denn?“

Wie die Menschen das wirklich finden, weiß ich nicht. Aber das ist auch nicht weiter wichtig, denn ich weiß, dass es ganz wunderbar ist. Ich erlebe meine große Tochter geduldig und liebevoll. Von Anfang an wollte sie Windeln wechseln, die Flasche geben, Spazieren gehen, mit dem Baby baden, im Sandkasten mit der Kleinen spielen und vieles mehr. Ihr größter Wunsch war endlich in Erfüllung gegangen – wenn auch später als geplant.

Kleine Mäuse lernen von ihren größeren Geschwistern eine Menge. Anders als bei Mama und Papa werden Regeln, Gegebenheiten, Manieren und Sozialverhalten auch in Phasen von Trotz und Wut ganz anders hin- und wahrgenommen. Kleine Mäuse profitieren von Geschwistern und dabei ist es ganz egal, wie alt sie sind.

Der perfekte Altersabstand

Ich sage: Den richtigen Altersabstand gibt es nicht.

Neulich hab ich in einer Tageszeitung von der Expertenmeinung eines Psychologen gelesen. Er sagt, wenn der Altersabstand zu groß sei, sind sich die Geschwister nicht mehr so vertraut miteinander. Das sehe ich komplett anders, weil wir es anders leben und weil es funktioniert. Ich halte es für einen Trugschluss, dass bei einem größeren Abstand die Kinder nicht miteinander spielen oder – und das wäre ja noch schlimmer – die Kinder keine vertraute Beziehung zueinander hätten. Das mag phasenweise vorkommen, aber ist das eine Sache des Altersabstandes?

Einzelkinder und ihr schlechter Ruf.

Ich für mich erlebe es anders. Es ist eher so, dass die Art der Spiele sich verändert. Meine Große spielt mit der Kleinen Lego, sie malen zusammen, sie tanzen, sie basteln, sie gehen auf den Spielplatz. Aber natürlich macht die Große das nicht wie eine fünfjährige Schwester, sondern eben wie eine zwölfjährige Schwester. Aber sie tut es. Mit voller Hingabe und aus tiefer Liebe. Aber auch aus Lust, Spaß und Freude an der Kleinen. 

Und jetzt denken wir doch mal an die vielen Einzelkinder und ihren schlechter Ruf.

Meine große Tochter war zehn Jahre lang ein Einzelkind.

War sie deshalb ein verzogenes Gör? Nein! Denn am Ende steht und fällt doch alles mit uns Mamas (und Papas). Wir können unseren Kids, ob Einzel- oder Geschwisterkinder, ob kleiner oder großer Altersabstand ein gutes Sozialverhalten mit an die Hand geben, mit viel Liebe, Selbstbewusstsein und Vertrauen.

Mehr von Leonie kannst Du auf ihrem Blog www.minimenschlein.de lesen.

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