Aus Leonies Handtäschchen: Vom Zuhause sein

Unsere Kolumnistin Leonie ist Mama von zwei Mädchen (12 und 2) und plaudert hier nicht aus dem Nähkästchen, sondern aus dem Handtäschchen. Denn – nähen kann sie überhaupt nicht…

Ich muss gestehen, was mich wirklich auf die Palme bringt, ist das schlechte Image vom „Zuhause sein“. Also jetzt mal Hand aufs Herz, aber „Zuhause sein“, womit wird das denn bitte assoziiert? Ich liebe es, Zuhause zu sein. Ich liebe es so sehr, dass ich sogar im Homeoffice arbeite.

Aber Zuhause sein mit Kindern ist nicht mehr easy peasy…

Entspannt? Ist es nicht. Ja, so ist das mit Kindern und das ist auch schön so. Gechillt? Ist es schon lange nicht mehr. Und ja, auch das ist okay.

Denn: Zuhause sein ist wunderschön. Aber Zuhause sein mit Kindern ist nicht mehr easy peasy und völlig entspannt wie damals, als wir uns jeden Abend mit Kollegen oder Freunden verabredet haben und womöglich noch Zeit für Sport hatten.

Zuhause sein ist der schönste und zugleich härteste Job der Welt.

Glaubt einem nur leider keiner, wenn er nicht selbst drin steckt. Ist aber so. Denn es ist ja so: Frühmorgens um sechs Uhr startet der Tag nach einer viel zu kurzen Nacht. Vielleicht durften wir sogar ein paar Stunden am Stück schlafen. Vielleicht aber auch nicht. Vermutlich letzteres! Und während wir früher gemütlich ins Bad geschlurft sind, in Ruhe geduscht, mit vielen Bürsten die Haare geföhnt und step-by-step das Make-up aufgelegt haben, so stehen wir heute promot wie eine Eins parat! Ohne Make-up, dafür aber im Pyjama.

Gefühlt schmierst Du immer irgendeinem ein Brot, außer eben Dir selbst.

Die Kinder sind mit gähnend leerem Magen aufgewacht und haben großen Hunger. Ein Fläschchen hier, ein belegtes Brot da. Schnell noch die Lunchboxen für Kita und Schule bestücken, da noch eine Trinkflasche suchen. Gefühlt schmierst Du immer irgendeinem ein Brot, außer eben Dir selbst. Ach Quatsch! Ich hab mich vertan. Gefühlt stehst du den ganzen Tag an der Waschmaschine. (Diese Wäscheberge. Himmel hilf, es hört und hört einfach nicht auf.)

Oder am Wäscheständer? Am Geschirrspüler? Am Herd? Ich sage mal: ÜBERALL. Denn es gibt da diese klitzekleinen, wundervollen Wesen, die Hunger haben, Durst haben, die ein Pflaster brauchen oder Herzschmerz haben, die Hausaufgaben bewerkstelligen müssen, die zum Ballett oder Fußball gefahren werden wollen und und und. Zuhause sein heißt: Rund-um-die-Uhr-Beschäftigung.

Nix da mit 40-Stunden-Woche. Wir Mamas rocken doch locker 80 Stunden in der Woche, und das übrigens nicht auf dem Sofa mit Käffchen und den neuesten Klatsch-Magazinen. Und auch, wenn uns die Staubkörner so dermaßen auf die Nerven gehen, die Wäscheberge einfach nicht abnehmen und wir zum tausendsten Mal im Supermarkt einchecken, weil schon wieder alles weggefuttert ist. Auch, wenn alles so anstrengend ist, machen wir es gerne.

Es ist Liebe.

Bildnachweis: Bina Terré Photography

Nicht die Liebe zum Waschtrockner, dem Geschirrspüler oder dem Herd. Liebe zu einem Leben, das wir führen dürfen. FAMILIE.

Und dann ist da die liebe Gesellschaft, die einfach nicht sehen mag, was wir leisten. Es darf doch nicht heißen: „Ach, die ist ja noch zuhause!“ Es muss heißen: „Wow, die Mutter ist ja noch zuhause!“

Wow. Wow an alle Mommys, die alles unter einen Hut bringen. Kind(er), Haushalt, die Terminflut und vielleicht sogar noch den Job, der früher alles war. Ich finde: Wir alle sind Wow-Moms. Jede von uns. Zeigen wir es denen da draußen!

Mehr von Leonie kannst Du auf ihrem Blog www.minimenschlein.de lesen.

Aus Leonies Handtäschchen: Vom Zuhause sein
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