Wachstumsschub – Kinder entdecken die Welt

Im ersten Lebensjahr durchleben Kinder enorme Wachstums- und Lernphasen. Diese Entwicklungsschritte, die nicht immer eine Veränderung der Größe mit sich bringen, werden als Wachstumsschub bezeichnet. In kurzer Zeit erlernen die Kleinen komplexe Dinge wie Laufen oder Sprechen. Kein Wunder also, dass Wachstumsschübe oft herausfordernd für alle Beteiligten sind.

Herausforderungen durch Wachstumsschübe

Die neuen Wahrnehmungen und Fähigkeiten überfordern das Baby schnell. Es ist anhänglich, weint viel und braucht die Zuwendung seiner Eltern. Ihre Nähe wirkt oft als einziges tröstend.

In diesem Fall ist Tragen häufig die beste Möglichkeit, das Kind zu beruhigen. Ein weiteres Zeichen für einen anstehenden Wachstumsschub kann gesteigerter Appetit sein. Der Körper verbraucht in diesem Abschnitt mehr Kalorien als gewöhnlich. Babys möchten mehr und häufiger essen.

Wachsen nach Plan

Wachstumsschübe macht jedes Kind durch. Manche erleben sie heftiger, andere haben weniger Schwierigkeiten mit dem Schub. Auch die Dauer ist von Kind zu Kind unterschiedlich. Einige Babys überstehen einen Wachstumsschub in wenigen Tagen.

Doch auch Schübe von bis zu vier Wochen sind keine Seltenheit. Fest steht, dass Entwicklungsschübe einem bestehenden Muster folgen und bei fast jedem Kind im selben Alter stattfinden. Ausnahmen bilden früh geborene oder verspätet auf die Welt gekommene Babys. Sie durchleben die Entwicklung – entsprechend der Abweichung vom ursprünglichen Geburtstermin – einige Wochen eher oder später.

5. Woche – das erste Lächeln

Das Baby möchte mehr trinken als gewöhnlich. Es ist kuschelig und weint häufig. Die Wahrnehmung des Babys verändert sich deutlich: es sieht, riecht und hört besser, lächelt zum ersten Mal und gibt glucksende Laute von sich. Die Tränenkanäle sind ausgebildet und sorgen für die ersten Tränchen. Das Baby atmet gleichmäßiger und das Schlucken fällt ihm leichter als zuvor.

8. Woche – ein Schnuller beruhigt

Eltern beobachten, dass ihr Kind auf eine bestimmte Farbe besonders reagiert. Oft stellen sie fest, dass ihr Sprössling beginnt, zu fremdeln. Nach dem zweiten Wachstumsschub ist die Welt für das Baby noch spannender geworden. Zu diesem Zeitpunkt fangen viele Kinder an zu nuckeln. Die vielen neuen Eindrücke überfordern sie und der Schnuller wirkt beruhigend.

12. Woche – Gesichter bewusst erkennen

Das Baby entwickelt nun sein Sozialverhalten. Es wird nicht mehr allein aus Wohlbefinden lächeln, sondern reagiert mit seinem Lächeln auf das freundliche Gesicht seiner Eltern. Gerne liegt das Baby auf dem Bauch und hebt den Kopf, um seine Umwelt zu beobachten. Es ist der richtige Zeitpunkt, um die ersten Rituale in den Tagesablauf einzubauen. Ein Mittagsschlaf täglich zur gleichen Zeit oder feste Stillzeiten helfen dem Kind, sich besser zu orientieren und den Tagesrhythmus kennenzulernen.

19. Woche – der längste Wachstumsschub

Oft wird dieser Wachstumsschub als der heftigste beschrieben. Kein Wunder, das Baby macht enorme Entwicklungsschritte durch. Es wächst sehr schnell. Ganze Kleidergrößen werden scheinbar übersprungen. Die Nächte sind oftmals unruhig. Mit einer Dauer von etwa fünf Wochen ist dies der längste Wachstumsschub. Ist er überstanden, zeigt das Kind große Fortschritte beim Greifen mit den Händen. Auch erkundet es Gegenstände gerne mit dem Mund.

26. Woche – auf den Rücken drehen ist möglich

Dieser Schub dauert kürzer, als der vorherige. Doch sind die neu erlernten Fähigkeiten nicht weniger bemerkenswert. Viele Kleinkinder machen die ersten Krabbelübungen und beginnen, sich selbstständig zu drehen. Auch Emotionen sind stärker ausgeprägt. Das Baby kann verschiedene Gefühle nicht mehr nur unterschieden, sondern auch zeigen.

37. Woche – der Krabbelspaß beginnt

Spätestens jetzt entwickelt sich die Mobilität des Babys. Krabbelübungen wie Wippen und Vierfüßlerstand sind körperlich anstrengend und steigern den Appetit. Die neue Aktivität ihres Sprösslings provoziert öfter ermahnende Worte der Eltern. Die Kinder lernen, dass es Dinge gibt, die nicht erlaubt sind.

47. Woche – die ersten Worte

Inzwischen ist für die meisten Kinder sitzen und krabbeln keine Herausforderung mehr. Viele Babys beginnen jetzt damit, einfache Worte zu sprechen und sie verstehen viel. Auch der eigene Wille ist inzwischen stark ausgeprägt. Kleine Wutanfälle sind an der Tagesordnung.

55. Woche – vom Baby zum Kleinkind

Nach diesem Entwicklungsschritt beginnen viele Kinder mit dem Laufen. Sie sind launisch und fremdeln. Der Übergang vom Baby zum Kleinkind ist geschafft. Auch in den folgenden Lebensjahren entwickeln sich Kinder sprunghaft. Anders als im Babyalter finden diese Wachstumsschübe nicht mehr in festgelegten Zeiträumen statt.

Trotzphasen, körperliches Wachstum, die anhängliche Phase oder die Abkapselung von den Eltern macht zwar jedes Kind durch. Wann und wie stark ausgeprägt dies geschieht, hängt jedoch von verschiedenen Faktoren ab. Die beste Stütze sind Eltern ihren Kindern, wenn sie ihnen gerade in diesen schwierigen Zeiten Halt, Liebe und Zuwendung geben.

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limango Redaktion

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