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Kinder sind unsere Zukunft

Kinderarmut in Deutschland

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Immer mehr Kinder in Deutschland wachsen in Armut auf und sind auf Transferleistungen angewiesen. Waren es im Jahr 2012 noch 15 Prozent, stieg im darauffolgenden Jahr die Zahl der Kinder, die in Haushalten mit ALG II-Bezug lebten, auf 15,4 Prozent an. Im Mai 2014 bezogen schon 15,7 Prozent aller Kinder unter 15 Jahren eine Grundsicherung. Viele von ihnen leben nicht nur kurzzeitig von Transferleistungen: Mehr als 1,2 Millionen Kinder unter 15 Jahren benötigten seit mindestens einem Jahr staatliche Hilfe, 642 000 Kinder leben bereits seit vier Jahren oder länger von ALG II. Kinderarmut ist auch in Deutschland somit leider präsent.

 

Was ist Armut?

Prinzipiell unterscheidet man zwischen absoluter und relativer Armut. Unter absoluter Armut versteht man, dass einer Person weniger als 1,25 US-Dollar am Tag zur Verfügung stehen. Dieser existenzbedrohende Mangel ist in Entwicklungsländern vorherrschend. In Industriestaaten dagegen überwiegt die sogenannte relative Armut. Damit ist gemeint, dass ein Mensch im Verhältnis zum Durchschnitt der Bevölkerung eines Landes weniger Einkommen hat. In Anlehnung an eine Definition der Europäischen Union werden in Deutschland Menschen als von Armut bedroht bezeichnet, die weniger als 60 Prozent des mittleren Einkommens der Gesamtbevölkerung verfügen. Alleinerziehende gelten beispielsweise derzeit in Deutschland als arm, wenn ihr monatliches Einkommen unter 1300 Euro liegt.

 

Was sind die Ursachen von Kinderarmut in Deutschland?

Als wichtigste Ursache von Armut gilt die Arbeitslosigkeit. Besonders betroffen von der Arbeitslosigkeit sind Menschen mit geringer Bildung, Migranten und Alleinerziehende. Letztere sind besonders betroffen: Denn 40 Prozent der Kinder aus Einelternfamilien leben unterhalb der Armutsgrenze. Warum ist das so? Wer allein seinen Lebensunterhalt und den seiner Kinder verdienen muss, ist gezwungen einen schwierigen Spagat zu vollziehen:

Nämlich für seine Kinder in ausreichendem Umfang da zu sein und genügend Geld zu verdienen. Das ist sehr viel schwieriger als in einer Familie mit zwei Elternteilen, die sich die Belastung teilen können. Darüber hinaus sind 90 Prozent der Alleinerziehenden Frauen und diese verdienen immer noch im Durchschnitt 22 Prozent weniger als Männer. 

Es ist für sie auch sehr viel schwieriger, eine neue Anstellung zu finden, weil Arbeitgeber nicht selten befürchten, dass Alleinerziehende schneller ausfallen könnten als andere Arbeitnehmer. Hinzu kommt, dass Hartz-IV Empfänger keinen Anspruch auf einen Hortplatz haben. Und wenn alleinerziehende Mütter oder Väter einer Beschäftigung nachgehen, müssen sie meist in Vollzeit arbeiten, um ausreichend zu verdienen. Sie können sich dann nicht in dem Maß persönlich um ihre Kinder kümmern wie viele andere Eltern. Häufig reicht das Einkommen dennoch nicht aus. Darüber hinaus empfinden Einelternfamilien die rechtlichen und politisch systematischen Regelungen als Benachteiligung:

  • Empfängern des ALG II wird das Kindergeld als Einkommen angerechnet und somit abgezogen
  • Der Unterhaltsvorschuss, der bei nicht Zahlung des nichtsorgeberechtigten Elternteils fällig wird, wird vom Staat nur 6 Jahre lang gewährt

Leider sind das die Ursachen für Kinderarmut in Deutschland.

 

Einsamer Junge

 

Welche Folgen hat die Kindearmut für Betroffene?

Statistiken geben darüber Auskunft, dass arme Kinder

  • weniger gesund ernährt sind
  • öfter krank sind als ihre Altersgenossen
  • schlechtere schulische Leistungen erbringen
  • oftmals schlechtere motorische Fähigkeiten besitzen
  • eine verzögerte emotionale und kognitive Entwicklung haben

 

Somit haben sie im Großen und Ganzen insgesamt schlechtere Entwicklungs- und Bildungschancen. Das liegt aber nicht allein am geringen Einkommen, sondern an Faktoren, die sehr häufig mit Einkommensarmut einhergehen und durch diese auch bedingt sein können. Dies sind z.B.

  • gravierende psychische Probleme der Eltern
  • ein geringes Bildungsniveau oder auch Alkoholprobleme

 

Soziale Teilhabe hat eine Schlüsselfunktion

Einkommensarmut ist folglich nicht gleichbedeutend mit sozialem Elend und Verwahrlosung. Kinderarmut in Deutschland stellt sich nicht wie in Entwicklungsländern als Mangel an überlebenswichtigen Gütern dar, sondern vor allem als Mangel an Teilhabe. Es stellt sich die Frage nach verbesserten Partizipationsmöglichkeiten für einkommensschwache Familien.
In Großstädten und Ballungsgebieten existieren häufig Angebote, die die kulturelle Teilhabe ermöglichen, ohne dass sich arme Familien stigmatisiert fühlen müssen.

Zwei große Beispiele hierfür sind:

  • Der Berlinpass, der vergünstigte Freizeitaktivitäten für einkommensschwache Familien bietet
  • Das Bildungspaket des Familienministeriums

Beantragt werden können z.B. Mittel zur Teilnahme an Klassenfahrten und Schulausflügen, zum Nachhilfeunterricht, falls die Versetzung gefährdet ist und ein Betrag von 10.- Euro mtl. für außerschulischen Sport- oder Musikunterricht. Jedoch kann man von 10.- Euro keinen Musikschulunterricht finanzieren kann und – je nach Sportart – häufig auch keinen außerschulischen Sport.

 

Der Frühstücksklub der Lebensbrücke e.V.

Die Deutsche Lebensbrücke e.V. engagiert sich für Schüler an ausgewählten Grundschulen in sozialen Brennpunkt-Vierteln und kämpft gegen Kinderarmut. Der Verein richtet Frühstücksklubs ein, damit diese Kinder nicht mehr mit leerem Magen in die Schule gehen müssen. Die wichtigste Mahlzeit, um die Energiespeicher aufzufüllen, ist das Frühstück. Mit einem gesunden, reichhaltigen Frühstück können sich Kinder wesentlich besser in der Schule konzentrieren und somit bessere Schulleistungen erlangen. Kinder verdienen eine Chance einen guten Schulabschluss zu erlangen, um ihre Zukunft selbst bestimmen zu können.

limango, Deutschlands sympathische Shopping Community für die junge Familie engagiert sich für eben diese benachteiligten Kinder:

Vom 1. Advent (Sonntag, 30.11.2014) bis zum 2. Weihnachtsfeiertag, 26.12.2014 spendet limango für jeden eingeladenen Freund, der sich neu zu limango anmeldet einen Euro an die Deutsche Lebensbrücke e.V., die an ausgewählten Grundschulen in sozialen Brennpunkt-Vierteln Frühstücksklubs unterhält, damit diese Kinder nicht mehr mit leerem Magen in die Schule gehen müssen.

Du willst auch helfen?

Dann melde dich bei www.limango.de mit deinen Zugangsdaten an oder registriere dich unter http://www.limango.de/charity neu. Anschließend kannst du deinen Freunden eine Einladung senden und so benachteiligten Grundschülern einen guten Start in den Schultag ermöglichen. Mit einem gesunden Frühstück im Magen freuen sich die Kinder viel mehr auf die Schule, sind motivierter und fit fürs Lernen.

limango liegen Kinder einfach am Herzen! Mach auch Du mit!

**Aktion bereits beendet – Die Lebensbrücke e.V freut sich jedoch weiterhin über zahlreiche Spenden**

Gegen Kinderarmut in DeutschlandQuellen: Deutscher Gewerkschaftsbund, Statistisches Bundesamt, World Vision Institut für Foschung und Innovation, Webseite der Stadt Berlin

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von
20. November 2014 15:37 Uhr

Kommentare

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ines 15. Dezember 2014 um 14:19 15.12.2014 - 14:19

der Unterhaltsvorschuß wird auch nur gezahlt bis das KInd 12 Jahre alt ist…dann ist Schluß!… Kinder von Alleinerziehenden erreichen viel seltener die Versetzung ins Gymnasium…sie bekommen aber sehr häufig die Diagnose ADHS… oft ist das Leben in den sozialen Brennpunkten geprägt von Gewalt(verbal oder körperlich),Vernachlässigung der Grundbedürfnisse(im Winter keine warme Kleidung…)… Es ist erschreckend dass Deutschland nichts tut!

Denise - die guten Dinge 26. November 2014 um 18:52 26.11.2014 - 18:52

Es ist erschreckend – immer wieder – dass es in einem so reichen Land wie Deutschland überhaupt Kinderarmut gibt! Und es ist vor allem auch beschämend! Großartig finde ich jede Aktion, dass es damit irgendwann ein Ende hat. Damit alle Kinder die gleichen, guten Chancen für ihre Zukunft haben. Danke an Euch!

Herzliche Grüße
Denise