„Nina bekommt aber viel mehr Taschengeld als ich“, quengelt Angelika (10). Das leidige Thema „Geld“ kommt immer wieder zur Sprache. Angelikas Mutter stellt ihr 20 € pro Monat zur freien Verfügung. Ist das etwa zu wenig?

Natürlich ist es angebracht, Kindern regelmäßig einen bestimmten Betrag zu geben, damit sie frühzeitig lernen, den Wert des Geldes zu erkennen und damit sinnvoll umzugehen. Dann handeln sie eigenverantwortlich und machen ihren ersten Schritt zur Selbstständigkeit.
Darüber, wie viel Geld je nach Alter angemessen ist, lässt sich natürlich streiten. Es sollte allerdings nicht zu viel sein, damit der Nachwuchs nicht sofort alles kaufen kann, was er will, sondern lernt, finanziell Prioritäten zu setzen. Das Nürnberger Jugendamt gibt uns eine Richtlinie, wie viel Taschengeld ein Kind bekommen sollte:
- Unter 6 Jahren ca. 1 € wöchentlich
- 6-7 Jahre ca. 2 € wöchentlich
- 8-9 Jahre ca 3 € wöchentlich
- ab 10 Jahren ca. 15 € monatlich
- ab 11 Jahren ca. 16 € monatlich
- ab 12 Jahren ca. 20 € monatlich
- ab 13 Jahren ca. 22 € monatlich
- ab 14 Jahren ca. 25 € monatlich
- ab 16 Jahren ca. 30 € monatlich
- ab 17 Jahren ca. 35 € monatlich
- ab 18 Jahren ca. 70 € monatlich
Die vom Jugendamt angegebenen Zahlen bleiben natürlich nur ein Richtwert, der variabel ist – dabei kommt es auch auf die finanzielle Situation der Eltern an. Verdienen sie wenig oder sind sogar arbeitslos, haben sie nicht die Kapazitäten ihren Kindern solche Summen an Taschengeld zu zahlen. Dann ist es empfehlenswert, mit dem Nachwuchs über Ausgaben und Einnahmen zu sprechen, damit dieser Verständnis aufbringen kann.
Die Kleinen dürfen selbst entscheiden für welche Dinge sie das Geld ausgeben – sofern diese dem moralischen Anspruch der Eltern genügen, sprich keine Zigaretten, Messer o.ä. Eltern sollten immer wieder kontrollieren, wofür sie in die kleinen Racker investieren.
Laut einer Ehapa-Umfrage (KidsVerbraucher Analyse 2008) geben 59% aller befragten Kinder zwischen neun und 13 Jahren ihr Geld für Süßigkeiten aus. Danach stehen andere Prioritäten wie das Aufladen der Handykarte, der Kauf von Playstation- und Nintendo-Spielen oder ein MP3-Player ganz oben auf der Wunschliste. Schulsachen, Grundnahrungsmittel und Kleidung müssen grundsätzlich nicht vom Taschengeld bezahlt werden.

Das Taschengeld sollte in der Regel nicht als Erziehungsmittel dienen, als Bestrafung oder Belohnung eingesetzt werden. Allerdings dürfen Eltern den Kindern zusätzlich etwas Geld geben – abgesehen vom Taschengeld – wenn diese z.B. eine besondere Leistung erbracht haben.
Jedenfalls ist es ratsam, immer wieder darüber zu sprechen, welche Ausgaben wofür sinnvoll oder weniger sinnvoll sind. Wenn das Kind beispielsweise zuviel und zu schnell alles erhaltene Taschengeld ausgibt, müssen die Gründe diskutiert werden, anstatt blindlings den monatlichen Betrag zu erhöhen. Damit täten Eltern ihrem Sprössling keinen Gefallen. Rund 6% aller Jugendlichen zwischen zehn und 17 Jahren haben bereits Schulden.
Tipp: Ein Sparschwein animiert Jüngere, ein Sparbuch oder Konto Ältere zum Sparen.


