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Kinderschuhe: Worauf man beim Schuhkauf achten sollte

Geschrieben am 7. Januar 2009 von limango

Kinderschuh Ein kleiner Winnie Pooh, Lilliefee oder Spiderman auf dem Schuh und schon werden (meist) die Mütter schwach. Getreu nach dem Motto “Das ist das Lieblingsmotiv von meinem Kind”, werden die Schuhe gekauft, ohne diese genauer zu betrachten. Wer denkt schon in diesem Moment daran, das viele Bereiche wie Unterschenkel, Knie, Hüften, Lenden und selbst die Wirbelsäule Probleme verursachen können, die auf mangelndes oder falsches Schuhwerk zurückzuführen sind.

Oft treten die Probleme meist erst im Erwachsenenalter zutage, doch der Grundstein dafür wird bereits in der Kinderzeit gelegt. Wer die Kinderschuhe nur nach dem Aussehen kauft, läuft Gefahr, die wesentlichen Aspekte für ein gesundes Wachstum außer Acht zu lassen. Zwar muss sich beides nicht Ausschließen – gutes Aussehen und guter Schuh – doch Bedarf es weit mehr als nur einen Blick auf die hübsche Applikation oder die tolle Farbe. Viel wichtiger sind die “inneren Werte”, die aber leider zu oft vernachlässigt werden. Hinzu kommt, das Füße sehr individuell sind und die Schuhe den Bedürfnissen ihrer Träger angepasst werden müssen. Dazu gehört erst einmal, sich die Füße und den Gang des Kindes genau anzuschauen, bevor es in den Laden geht.

Wissenswertes über Kinderfüße

Anders als bei Erwachsenen, sind die Knochen der Kinderfüße weich und verformbar. Hinzu kommt die Tatsache, das in diesem Bereich Schmerz und Druck viel weniger gespürt werden, da sich das Nervensystem noch entwickelt. Insbesondere bei Kleinkindern ist daher die Gefahr groß, falsches oder zu kleines Schuhwerk schlichtweg nicht zu bemerken, da keinerlei Beschwerden von dem Kind ausgehen. In Wahrheit kann es sein, dass der Schuh längst mehrere Nummern zu klein ist. Immerhin wachsen die Füße von Klein- und Vorschulkindern bis zu drei Nummern pro Jahr. Da sie sich relativ problemlos der Schuhform anpassen, können so Fehlstellungen entwickelt werden. Es empfiehlt sich bei Kleinkindern zwischen 1 und 3 Jahren alle sechs bis acht Wochen die Füße zu messen, ob sie gewachsen sind. Zwischen 3 und 6 Jahren ist es sinnvoll alle vier bis sechs Monate zu kontrollieren. Erst im Teenager-Alter haben Füße ihre endgültige Form abgeschlossen.

Besser als jeder Schuh ist Barfuß gehen, wann immer es geht. Denn nur so wird die Fußmuskulatur ausreichend geschult und gekräftigt. Das ist die beste Voraussetzung für gesunde und gut entwickelte Kinderfüße. Wenn es dennoch Kinder Schuhe sein müssen, was in unseren Breitengraden eher der Fall ist, sollte die Regel gelten: Die Schuhe müssen sich den Bewegungen des Trägers anpassen, nicht umgekehrt! Auch ist es ratsam, den Schuhkauf in die Nachmittagsstunden zu verlegen. Ebenso wie bei den Erwachsenen, schwellen Kinderfüße im Laufe des Tages an und nehmen daher an Größe zu.

Auch Kinderfüße schwitzen

Kinderfuß Kinderfüße können täglich bis zu 1 cl Fußschweiß absondern. Daher ist es besonders wichtig, auf die Materialien beim Schuhkauf zu achten. Das Obermaterial sollte atmungsaktiv sein, damit der Schweiß nach außen transportiert werden kann. Gummistiefel eignen sich aufgrund dieser fehlenden Eigenschaft nicht für eine längere Tragezeit.
Empfehlenswerter sind beispielsweise Schuhe, die eine wasserdichte, atmungsaktive Membran besitzen. Das Material lässt den Schweiß durch winzig kleine Poren aus dem Schuh heraus, Regentropfen können aber nicht hinein. Materialien, die diese Kriterien erfüllen, heißen Gore-Tex oder Sympatex.

Wann drückt der Schuh?

Gerade bei Kleinkindern ist es ohne richtige Messvorrichtungen unheimlich schwierig festzustellen, wann ein Schuh zu klein ist. Viele Eltern glauben mit einer einfachen Methode dieses zu erkennen: Sie drücken einfach vorne auf den Schuh und versuchen durch ihn hindurch zu ertasten, an welcher Stelle sich der große Zeh befindet. Diese Methode ist weit verbreitet und gibt in Wirklichkeit keinerlei zuverlässige Auskunft darüber, ob ein neuer Schuhkauf längst fällig ist. Denn viele Kinder ziehen im Schuh den Zeh reflexartig zurück, ohne das es bemerkt wird. Geschulte Verkäufer erkennen bereits am Schuh der Kinder, ob er schon eine Weile drückt. Denn sie schauen sich die Vorderkappe des Schuhs an.

Wenn bereits eine Scheuerschicht auf der Schuhspitze zu erkennen ist, könnte dies auf zu kleine Schuhe deuten. Da kleine Kinder in der Regel gerne knien oder am Boden spielen, rutscht der Fuß automatisch an die Spitze des Schuhs. Wenn sich genügend Platz im Schuh befindet, entsteht seltener eine Scheuerschicht als wenn der Zeh bereits von innen die Spitze erreicht hat. Von Vorteil sind daher Schuhe, die eine herausnehmbare Sohle haben. Beim herausnehmen kann man sehr gut sehen, bis wohin der große Zeh reicht, wenn man das Kind auf die Sohle stellt. Auch die Fußnägel können Aufschluß über die Schuhe geben. Krallennägel oder zerriebene Nägel können ein Hinweis auf zu enge oder kleine Schuhe sein.

Wie viel Platz muss vorne sein?

Hilfreich ist es, vor dem Schuhkauf einen Fußabdruck auf Pappe anzufertigen, zu dem noch 12 mm hinzu gerechnet werden. Es empfiehlt sich den Vorgang für den linken und den rechten Fuß zu wiederholen, da sie unterschiedlich groß sein können. Beim nächsten Schuhkauf sollte die Schablone ohne weitere Mühe in den ausgewählten Schuh passen, dann hat er die richtige Größe. Bei guten Schuhfachgeschäften liegen aber auch spezielle Innenmessgeräte bereit, die beim Schuhkauf zum Einsatz kommen können. Eine Ausnahme bildet der Hamburger Schuhhersteller “Cangorino”. Seine Messeinheit “CangoSize” berechnet als Schuhgröße die angegebene Innenlänge mit der nötigen Zugabe und gibt dies alles in Millimeter an.

Wissenswertes über Kinderschuhe

Ein häufig gemachter Fehler ist, sich nur nach der Größenangabe auf der Verpackung zu richten. Dabei wissen die wenigsten, dass es keine gesetzlich vorgeschriebene Schuhgrößennorm gibt. Das bedeutet, dass die Hersteller alle ihre eigenen Maßstäbe verwenden. Schuhgröße 25 eines Anbieters muss nicht identisch sein, mit dem eines anderen. Außerdem muss man zwischen Innenlänge und Außenlänge eines Schuhs unterscheiden. Wer auf der sicheren Seite sein will, muss sich nach der tatsächlichen Innenlänge der Schuhe richten. Daher sollten die Kinderschuhe immer erst innen ausgemessen werden, bevor sie gekauft werden.

Das WMS (Weiten-Maß-System)

Ebenso wichtig wie die Innenlänge ist auch die Weite der Schuhe. Das deutsche Schuhinstitut (DSI) hat daher das WMS-System entwickelt. Es handelt sich um ein Weiten-Maß-System, welches sowohl die Länge als auch die Weite der Füße in Kombination erfasst. Das WMS-System unterscheidet für jede Länge drei Weiten:

W = weit (breite Füße)
M = mittel (mittelkräftige Füße)
S = schmal (schlanke Füße)

Damit passgerechte Schuhe garantiert werden können, sind WMS-Schuhe genau auf das WMS-Messgerät abgestimmt. Die Lizenz für WMS-Schuhe vergibt das deutsche Schuhinstitut nur an qualifizierte Schuhhersteller. Folgende Schuhhersteller dürfen das WMS-Siegel zur Zeit tragen:

  • Balducci
  • Bause Schuhe
  • Bundgaard
  • Däumling
  • Der kleine Muck
  • Elefanten
  • Richter
  • Ricosta
  • Superfit

Worauf man beim Schuhkauf achten sollte

Ein guter Kinderschuh sollte leicht sein, um Gelenke und die Wirbelsäule nicht unnötig zu belasten. Ebenso weich und biegsam, damit beim Abrollen wenig widerstand entsteht.
Das Innenmaterial sollte feuchtigkeitsaufnehmend und feuchtigkeitstransportierend sein. Das Außenmaterial feuchtigkeitsabgebend und eventuell wasserabweisend. Hier empfiehlt sich entweder ein weiches Leder oder atmungsaktives Gewebe wie Gore-Tex.

Polster und Fußbett erweisen sich als unnötig, da die Fußmuskulatur trainiert werden soll und nicht gestützt. Die Inneneinlage sollte wenn möglich ohne Erhebungen sein.

Spitze Schuhe eignen sich weniger für Kinder als eckige, da die Zehen Platz brauchen.

Absätze haben an Kinderfüßen nichts verloren. Zum einen ist die Belastung des Vorderfußes zu hoch für sie, zum anderen erhöhen sie die Unfallgefahr.

Kinderschuhe müssen ebenso auslüften, wie die von Erwachsenen, daher besser auch ein Wechselpaar besitzen.

Was bedeuten die Zeichen auf den Schuhen?

Gerade bei modischen Kinderschuhen ist es oft schwierig zu erkennen, aus welchem Material die Schuhe gefertigt wurden. Seit Juli 1995 müssen alle Schuhe mit einem Etikett versehen sein, das Auskunft über die Beschaffenheit der Schuhe gibt. Die Vorschrift gilt zum Schutz und zur Information des Verbrauchers. Vorgesehen ist dabei eine Kennzeichnung von drei Schuhteilen nach verschiedenen Materialien. Bei “sonstigen Materialien” bleibt allerdings offen, um was es sich handelt. Außerdem erfährt der Käufer nichts über Reibechtheit, Atmungsaktivität oder Chemikalieneinsatz.


Piktogramme zur Schuhkennzeichnung
(Foto: www.schuhinstitut.de)

Qualität “Made in Germany?”

Leider gibt es nur noch wenige Schuhproduzenten, die ihre Ware in Deutschland herstellen lassen. Der weltweit größte Anteil der Schuhe wird mittlerweile in Asien gefertigt, insbesondere in China (50 Prozent, weitere 17 Prozent kommen aus Vietnam). Da dort die gesetzlichen Auflagen bei Inhaltsstoffen weitaus weniger streng sind als in Deutschland, kann es schon mal vorkommen, dass unerwünschte oder gar gesundheitsschädliche Materialien verarbeitet werden. So sind in Deutschland so genannte “Azofarbstoffe” verboten, die zum Färben von Leder verwendet werden. Da sie aber billig sind und brillant einfärben, kommen sie weltweit häufig zum Einsatz.

Erst im vergangenen Jahr hatte das WDR-Fernsehen in seiner Sendung “Markt” nachgewiesen, wie belastet Kinderschuhe sein können. Dort wurden zahlreiche Paare untersucht, wovon einige zu hoch mit dem Schadstoff Chrom(VI) belastet waren. Dieser Stoff kann schwere Allergien auslösen und gilt als krebserregend. Auch Stiftung Warentest berichtete im Februar diesen Jahres über diese Chemikalie in Kinderschuhen. Chromat zählt zu den wichtigsten Kontaktallergenen. Ist erst einmal ein Kontaktekzem entstanden, behält man es sein Leben lang. Eine Heilung ist nicht möglich. Stark belastet waren unter anderem “Bobbi Shoes” von Deichmann. Auch bei Palomino von der Marke C&A und bei Richter Donald wurde Chrom(VI) in starker Konzentration nachgewiesen.

Im August diesen Jahres folgte ein Test von Kinderturnschuhen bei Ökotest. Auch hier beunruhigen die Ergebnisse, was Schadstoffgehalt im Innen- und Außenmaterial betrifft. Alle Turnschuhe waren mit erhöhten oder stark erhöhten Werten an polyzyklischen aromatischen Kohlenwasserstoffen (PAK) belastet. Unter anderem erhielt ein Schuh der beliebten Marke “Geox” wegen sehr hoher Belastung die Beurteilung “nicht verkehrsfähig”.

Besonders bei Kinderschuhen sollte deshalb darauf geachtet werden, dass die Schuhe bestimmte Kriterien einhalten. Wer auf Nummer sicher gehen will, achtet beim Kauf von Lederschuhen auf bestimmte Siegel, die ein schadstofffreies oder -armes Material garantieren. Auch sollte im Zweifelsfall beim Kauf auf helles, ungefärbtes Futterleder geachtet werden.

Folgende Prüfsiegel können beim Kauf eine Orientierungshilfe sein:

Prüfsiegel Öko-Tex Standard 100 Prüfsiegel Schadstoffgeprüft

Außerdem empfiehlt es sich beim Fachhändler nachzufragen, wo die Schuhe hergestellt wurden und ob Chemikalien zum Einsatz gekommen sind. Der Preis der Schuhe kann bei der Qualität eine Rolle spielen. Für günstige Schuhe sind in der Regel auch die verwendeten Materialien sehr preiswert eingekauft worden. Dass es sich dabei kaum um hochwertige Rohstoffe handeln kann, müsste nachvollziehbar sein. Markenschuhhersteller achten dagegen in der Regel auf schadstoffarme Lederauswahl der Zulieferer. Ebenso werden bei Klebekomponenten und Farben möglichst verträgliche Stoffe gewählt. Ein weiterer Vorteil von Markenschuhen ist die Produktionsstätte. Sie befindet sich häufig zwar nicht in Deutschland aber zumindest in Europa. Bei Billigschuhen aus Fernost sind nicht selten Kinder die Produzenten.

Folgende deutsche Schuhhersteller (insbesondere für Kinder) produzieren einen Teil ihrer Kollektionen oder ihres Sortiments in Deutschland bzw. Europa: Däumling, Ricosta, Rohde und Rieker. Das deutsche Unternehmen Pololo hat sich auf Krabbelschuhe spezialisiert, die ausschließlich in Deutschland hergestellt werden. Für ihre Schuhe verwenden sie nur hochwertiges, ökologisch gegerbtes Nappaleder.

2 Kommentare
  1. [...] Artikel [...]

  2. Olga

    sehr informativ und hilfsreich

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  • Kommentare

    • Monika schreibt zu Last-Minute Geschenke zum Valentinstag! :
      Hallo, ich bin begeisterter limango Fan. Was ich vemisse ist z.B. auch Wolle je nach Jahreszeit. Mittlerweile gibt es wieder sehr sehr viele Mamas die gerne Handarbeiten. Da wäre es wirklich toll auch einmal soetwas mit in das Programm auf zu nehmen. Ich hatte einigen mehr...
    • Chrissi von limango schreibt zu Auf in die nächste Kaufrausch Runde!:
      Liebe Conny, dann bin ich ja beruhigt und freue mich, wenn Du Dich freust. Dann kann ja der Geburtstag kommen! ... Juuuhhuu :-) Viele liebe Grüße Chrissi
    • Conny schreibt zu Auf in die nächste Kaufrausch Runde!:
      Hallo Chrissi, alles gut =o) gestern kam ohne Vorankündigung abends um 18Uhr der liebe Hermes Bote mit meinem großen Paket. Geburtstag ist gerettet da Autopark von Wader endlich da ist. Vielen Dank und weiter so
    • Chrissi von limango schreibt zu Auf in die nächste Kaufrausch Runde!:
      Liebe Tatjana, dass kann ich gut verstehen. Es gibt bestimmt auch gar nix, was ich jetzt schreiben kann um Deine Enttäuschung zu lindern. Es tut uns wirklich leid, wenn wir Dir aufgrund einer Bestandsdifferenz in der Logistik diesen einen, so heiß begehrten Artikel mehr...
    • Chrissi von limango schreibt zu Auf in die nächste Kaufrausch Runde!:
      Liebe Conny, dies hängt alles mit dem Ansturm zusammen. Viele Bestellung ergeben einen längeren Lieferzeitraum, welchen wir ja bereits vor Bestellung Euch mitgeteilt haben. Sind wir denn schon über die 14 Tage? Wenn Ja, dann schreib uns doch eine Nachricht und die mehr...
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