Das Internet – eine große Galaxie
Das Internet ist mittlerweile zu einem eigenen, unüberschaubaren Universum herangewachsen. Aus der Vielfalt der Angebote die richtigen herauszufiltern ist für Erwachsene und erst recht für Kinder keine leichte Aufgabe. Außerdem stellt sich die Frage, wie sich gute Angebote für Kinder überhaupt auszeichnen? Welchen Seiten kann man trauen und welchen nicht? Sind harmlos erscheinende Seiten auch wirklich immer bedenkenlos für den Nachwuchs geeignet? Bevor man die Jüngsten dem Medium Internet überlässt, ist es ratsam sich als Eltern erst einmal selbst ein Bild über das Angebot mit seinen Vor- und Nachteilen zu machen. Es empfiehlt sich die Angebote kennen zulernen und eine Auswahl zu treffen, damit das grenzenlose Surfen nicht in Frust oder auf ungewollten Galaxien endet. Überhaupt ist es ratsam, erst Kinder ab sechs Jahren mit dem Internet vertraut zu machen. Denn um sich im Internet zurecht zu finden, ist das Leseverständnis eines der Grundvoraussetzungen. Außerdem können jüngere Kinder eher schwer oder gar nicht die Struktur des Internets richtig erfassen. Schulkinder können jedoch behutsam an das Medium herangeführt werden. Unter www.klick-tipps.net finden Eltern wöchentliche Tipps und weitere Informationen zu Lieblingsseiten von Kindern, zu sicheren Chats und kindgeeigneten Online-Spielen. Dort werden jede Woche aktuelle Internetseiten präsentiert, die Kinder informieren und Spaß machen. Die Angebote werden durch erfahrene Medienpädagogen ausgewählt und gemeinsam mit einer Kinderredaktion bewertet. Die Klick-Tipps sind ein Kooperationsprojekt mit der Stiftung MedienKompetenz Forum Südwest. Die Arbeitsgemeinschaft “Vernetzter Kinderseiten” www.seitenstark.de in Bielefeld bündelt auf seiner Plattform über 20 Seiten, die besonders den Ansprüchen von Kindern gerecht werden. Bevor eine neue Seite dort aufgenommen wird, überprüfen die Mitarbeiter sie auf ihre Kindertauglichkeit. 2006 gewann “Seitenstark” den Clicksafe-Preis für Sicherheit im Internet.
Sieben Tipps für gute Kinderseiten
Aufbereitung
Eine gute Kinderseite erkennt man daran, dass interessante Inhalte so aufbereitet werden, dass Kinder sich gerne mit ihnen beschäftigen. Deshalb sollte man als Erwachsener überprüfen, ob die Themen altersgerecht und spielerisch aufbereitet sind und sich die Kinder auf der Seite leicht zurechtfinden.
Sicherheit
Sicherheitshinweise zum Thema Internet sollten auf Kinderseiten nicht fehlen. Alles, was hierzu geschrieben wird sollte so formuliert sein, dass die Kinder es leicht verstehen. Eine gute Seite bietet Hilfs-Buttons an, mit denen sich ein Kind an die Redaktion wenden kann. So fühlt sich das Kind geschützt und bei Problemen nicht allein gelassen. Eltern können darauf achten, ob Moderatoren in Chats und Foren auf gute Umgangsformen achten. Auch kann nachgefragt werden, ob Beiträge vor der Online-Stellung geprüft und nicht kindgerechte Einträge unverzüglich gelöscht werden.
Datenschutz
Grundsätzlich gilt, dass auf Kinderseiten keine persönlichen Daten abgefragt werden sollten. Wenn Kinder an Aktionen und Gewinnspielen teilnehmen wollen, sollte dies auch ohne Adressangabe möglich sein. Eltern können überprüfen, ob die Seite unterbindet, dass Adressen, Handy-, Telefonnummern und E-Mails veröffentlicht werden können.
Werbung
Im Gegensatz zu Erwachsenen fällt es Kindern schwer, Online-Werbung zu erkennen. Gute Kinderseiten enthalten daher keine Werbung. Außerdem dürfen redaktionelle Inhalte nicht mit Werbung vermischt sein. Die Neugier der Kinder sollte nicht von direkten Shop- und Lockangeboten missbraucht werden. Daher sollten erst gar keine enthalten sein. Damit wird auch ausgeschlossen, dass Kinder aus Versehen etwas kaufen.
Eltern können überprüfen, ob Werbung auf der Seite vorhanden und eindeutig gekennzeichnet ist damit sie beim Surfen nicht stört.
Aktualität
Auch Kinder haben das Recht auf aktuelle Seiten. Eine gute Kinderseite pflegt regelmäßig den Inhalt und liefert kindgerechte Beiträge zu aktuellen Ereignissen. So lernen Kinder sich als Teil der Gesellschaft zu erleben und können einen Bezug zu gesellschaftspolitischen Belangen aufbauen. Eltern können anhand des Datums überprüfen, wann die letzte Überarbeitung der Seite stattgefunden hat.
Interaktive Angebote
Kinder lieben es, aktiv etwas mitzugestalten. Sei es in der gelebten Umgebung wie auch im Internet. Außerdem suchen sie gerne Gleichgesinnte, um mit ihnen in Kontakt zu treten. Gute Kinderseiten verfügen über interaktive Angebote bei der Austausch mit anderen möglich ist oder selbst etwas aktiv getan werden kann (Geschichten schreiben, Rezepte online stellen etc. )
Multimediale Möglichkeiten
Neben Textbeiträgen ist eine medial abwechslungsreiche Aufbereitung von Themen hilfreich, Kindern die Inhalte näher zu bringen und gleichzeitig den Spaßfaktor zu vergrößern.
Eltern können daher überprüfen, ob die Seite mit Hörbeiträgen arbeitet, kurze Videos anbietet oder über eine Web-Kamera verfügt. Es empfiehlt sich die benötigten Programme zu installieren, damit das Kind nicht eigenständig Programme herunter lädt.
Jugendschutz im Internet
1997 haben die Jugendminister der Bundesländer Jugendschutz.net als gemeinsame Zentralstelle im Internet gegründet. Die Stelle sorgt soweit es geht für die Einhaltung des Jugendschutzes im Internet und dafür, dass Anbieter problematische Inhalte rasch verändern, löschen oder für Kinder und Jugendliche sperren. Es gibt auch eine Hotline auf der Seite, die Verstöße entgegen nimmt und Hinweise verfolgt. Diese können unter www.jugendschutz.net/hotline gemeldet werden.
Auf der Seite finden sich auch Ratgeber für Eltern zum sicheren Umgang mit dem Internet.
Suchmaschinen für Kinder
So wie es “Google” für die Erwachsenen gibt, haben sich auch besondere Suchmaschinen für Kinder im Netz etabliert, die sich speziell an das jüngere Publikum wenden. Sie helfen aus den unzähligen Angeboten im Internet, die besten Seiten zu finden und sind kindgerecht aufbereitet.
www.blinde-kuh.de

| Die Seite wird von dem Verein “Blinde Kuh” mit Sitz in Hamburg gemacht. Es gibt auch eine Suchfunktion für kleinere Kinder ohne Lesekenntnisse, die sogenannten “Klick-Bilder”. Die Seite enthält eine breite Auswahl an Rubriken, darunter ein Verzeichnis nach Themen und Internet-Tipps für die Eltern. |
www.helles-koepfchen.de

| Der Betreiber der Seite ist die Firma “inSentio” in Mainz. Die Suchfunktion ist durchgehend vorhanden, auch wenn die Rubrik gewechselt wird. Auf der Startseite berichtet “Helles Koepfchen” regelmäßig über neues aus aller Welt. Das besondere an der Suchmaschine ist die Tatsache, dass die Kinder als Reporter die Seite aktiv mitgestalten können. Es gibt Basteltipps, Ideen zum Mitmachen und Ausprobieren. |
www.fragfinn.de

| Der Betreiber der Seite ist die Freiwillige Selbstkontrolle Multimedia-Diensteanbieter e.V. , kurz FSM genannt mit Sitz in Berlin. Finn ist eine Raupe, welche mit den Kindern auf die Suche nach interessanten Kinderseiten geht. Es gibt extra eine fragFinn-Kinderschutzsoftware, die auf den PC eingerichtet werden kann und dann keine fragwürdigen Seiten auf den PC zulässt. In der “Stöberecke” wird täglich ein spannendes Thema vorgestellt und gleich die passenden Internetseiten dazu bereit gestellt. |
Große Kinderportale
Die meisten Fernsehsender stellen mittlerweile ergänzend zu ihren Kindersendungen Onlineangebote für diese bereit. Hier findet man Infos zu aktuellen Themen, Spiele, Foren, Chats und Freizeitideen. Es handelt sich meist um große Kinderportale, die ein breites Angebot offerieren.
www.kindernetz.de

| Kindernetz ist ein Angebot des Südwestrundfunks. Bereits im Jahr 1998 wurde die Seite als bestes Online-Produkt für Kinder im Alter zwischen 8 und 12 Jahren ausgezeichnet. Fünf Jahre später wurde sie wieder als beste Portalseite für Kinder mit dem Goldenen Webspatzen des Kinderfilm- und Fernsehfestivals in Gera ausgezeichnet. Das Angebot von Kindernetz ist sehr umfangreich und eignet sich hervorragend, um Kinder an das Medium Internet heranzuführen. Im “Infonetz” können sich Kinder über aktuelle Ereignisse informieren. Im “Spielenetz” stehen die unterschiedlichsten Spiele zur Auswahl. Es besteht die Möglichkeit eine eigene Homepage einzurichten oder sich im “Netz-Treff” mit anderen Kindern mittels Chat und Foren auszutauschen. Allerdings wird hierfür die Unterschrift der Eltern benötigt. |
www.tivi.de

| Tivi ist ein Angebot des ZDF in Mainz, welches vor genau 10 Jahren online ging. Mittlerweile gehört die Seite zu den bekanntesten und beliebtesten Seiten für junge Nutzer im Netz. Tivi bietet programmbegleitende, kindgerechte und umfassende Informationen sowie Interaktionsmöglichkeiten für die Kernzielgruppe der 7 bis 12-Jährigen an. Das Angebot gestaltet sich ähnlich wie “kindernetz”. Auch ein kontrollierter Chat steht zur Verfügung, für den ebenfalls die Unterschrift der Eltern benötigt wird. |
www.toggo.de

| Toggo ist ein Angebot des Privatsenders SuperRTL in Köln und gleichzeitig die Kindermarke des Senders. Da das Fernsehprogramm von SuperRTL marktführend bei den 3 bis 13-Jährigen ist, gehört auch toggo im Internet zu einer gut besuchten Seite von Kindern. Das Internetangebot stellt den Kindern zahlreiche, verschiedene Inhalte zur Verfügung. Es gibt eine Entdeckerzone mit Experimenten zum Zuhause nachmachen ebenso wie Spiele und Informationen. Ein Nachteil ist der hohe Werbeanteil auf den Seiten. |
www.kika.de

| Kika wird von den öffentlich-rechtlichen Sendern ARD und ZDF in Erfurt produziert und ist der Kinderkanal beider Sender. Die Inhalte im Internet sind kostenlos und werbefrei. Die Redaktion achtet auf grafische und inhaltliche Qualität, Sicherheit und Aktualität der Seiten. Die Internetseiten von Ki.KA orientieren sich an den Qualitätsstandards des Erfurter Netcodes, einem nationalen Richtlinienkatalog für gute Kinderseiten. In den Jahren 2005 und 2007 wurde KI.KA mit dem Gütesiegel des Erfurter Netcodes ausgezeichnet. |



[...] Webb / Der “Engagementpreis” ging dieses Jahr an Peter MaffayStiftungen für KinderInternetportale für Kinder .recentcomments a{display:inline !important;padding:0 !important;margin:0 [...]