Ein unbeschriebenes Blatt? Von wegen: Ich habe meine Zettelwirtschaft aus der Krise geführt und neue „Arbeitsplätze“ geschaffen. Ich habe den Papierkrieg gewonnen und aberwitzigen Arbeitsbeschaffungsmaßen den Kampf angesagt. Aber von vorne: Ich liebe To-Do-Listen! Genauer gesagt: ich liebe es, die darauf stehenden Aufgaben durchzustreichen.
Also schrieb ich immer alles auf – egal auf welchen Zettel, egal ob A-, B-, C- oder P-Priorität. „P“ wie Placebo: auf das Durchstreichen von Pseudo-Aufgaben wie Brötchen holen oder Geschirrspülen reagiert mein Gehirn nämlich mit der gleichen Endorphin-Ausschüttung wie zum Beispiel auf 10 Hektar Rasenmähen. Wenn es hier nicht um mein Hirn ginge, ich würde jetzt behaupten „Schön blöd“
Waren alle P-Aufgaben abgearbeitet, machte ich mich mit Leidenschaft an die C-Prioritäten – bis mich die richtigen Aufgaben am Abend verzweifelt anstarrten, ich möge sie doch auch endlich durchstreichen. Kein Problem, ich strich sie durch – und setzte sie am nächsten Tag einfach wieder auf eine meiner To-Do-Listen. Aber wie das mit allen „Süchten“ ist, kam dann die Ernüchterung. Statt Selbsthilfegruppe, entschied ich mich schließlich für die Hilfe zur Selbsthilfe und besuchte ein Zeitmanagementseminar.
Kennt ihr das Eisenhower-Prinzip? Alle Aufgaben werden in eine Matrix aus wichtig oder unwichtig und dringlich oder nicht dringlich eingetragen: Geschenk für meine beste Freundin kaufen, die morgen Geburtstag hat – wichtig und dringend. Sofort erledigen! Mein Auto zur Inspektion anmelden – wichtig, aber nicht dringend. Auf Termin setzen und juhu durchstreichen. Unwichtige und nicht dringliche Aufgaben landen im gedanklichen Papierkorb. Keller ausmisten zum Beispiel. Und jetzt kommt das Beste: unwichtige Dinge, die aber dringend sind, werden delegiert – „Schatz, bringst du bitte mal den Müll runter“ – ich denke, ihr habt das Eisenhower-Prinzip kapiert
Und ich es natürlich adaptiert!
Und für mögliche Durchhänger gibt es zum Glück ein weiteres Wundermittel: Schokolade! Mein Gehirn reagiert auf ein Stückchen Nussnougat nämlich mit der gleichen Endorphin-Ausschüttung, wie auf das Durchstreichen von Spülen und Co. Aber welcher Frau muss ich das erzählen …
Und ehe ich mich jetzt also verzettel, wünsche ich Euch eine schöne Woche!
Eure Tania



Es ist doch immer wieder beruhigend, dass man nicht die Einzige ist
Die neuen Kolumnen sind in der Mache … Und Themenwünsche – von Euch allen – sehr willkommen. Bis bald und danke für Eure Kommentare,
@ Stefan: Schön, dass sich auch mal ein Mann meldet
Tania
Aaaaaah – und es gibt nichts Schöneres, als eine neue To-do-Liste anzufertigen, wenn man von der alten schon so viel erledigt hat, dass man vor lauter Durchgestrichenem gar nicht mehr lesen kann, was man noch erledigen müsste
Zwanghaft? Neeeee, bestimmt nicht!!!
Kenn ich!!! Das ist wie früher die Vermeidungsstrategien a la müsste-eigentlich-gerade-für-die-Prüfung-lernen, mache stattdessen aber dann doch viiiiel lieber selbst so unangenehme Dinge wie aufräumen, putzen, endlich mal ausmisten..
)
Eigentlich auch gar nicht so dumm, man braucht also bloß irgendwas was man absolut gar nicht machen will und schon gehen plötzlich die sonst auch sehr unbeliebten beschäftigungen fast schon beschwingt von der Hand – also bei mir war’s selten so sauber wie in eigentlich stressigen Lernphasen
Hab selten so gelacht. Ich fürchte aber, dass ich trotz meines neu erlangten Wissens, nicht drum herum komme den Müll runter zu bringen. Wo finde ich mehr davon? Kann die nächste Ausgabe kaum erwarten.