limango

So is(s)t Europa in der Weihnachtszeit

Geschrieben am 6. Dezember 2009 von limango

Weihnachten in Europa

Man nehme eine Handvoll europäische Länder, eine große Tasse Vielfalt und eine Prise Tradition: Fertig ist das europäische Weihnachtsmenü.
Wenn es um die Vorspeise geht, lohnt sich ein Blick nach Frankreich, denn kein anderes Land dieser Welt legt so viel Wert auf das Entrée. An Heiligabend wird in den meisten französischen Haushalten wohl in irgendeiner Form foie gras, Gänsestopfleber, als Vorspeise serviert. In Deutschland ist sie wegen des nicht gerade tierfreundlichen Herstellungsverfahrens verpönt. Doch hat man sie entgegen aller Überzeugungen doch einmal probiert, wird man gestehen müssen, dass foie gras nicht umsonst zu den großen französischen Spezialitäten zählt.
Als Hauptgang wird nicht nur in Frankreich, sondern auch in vielen anderen europäischen Ländern wie beispielsweise Deutschland, Belgien und Dänemark am 24. Dezember traditionell Geflügel serviert. Zumeist gibt es gefüllte Gans oder, wie zum Beispiel in Großbritannien, Truthahn. Die Füllung variiert von Land zu Land, und viele Familien haben gut gehütete Rezepte für das beliebte Innenleben der knusprigen Vögel.
Doch warum eigentlich werden an Weihnachten vorwiegend Gänse gebraten? Hierzu gibt es verschiedene Erklärungen. Zum Einen gilt die Gans als Sonnenvogel, und soll denjenigen, der sie verspeist, unter den Schutz der Sonne stellen. Zum Anderen endet am 24. Dezember die nach dem Martinstag (11. November) begonnene Fastenzeit. Da früher am Abend des Martinstages eine Martinsgans verzehrt wurde, sollte die Fastenzeit wohl auch mit einer Gans als Festmahl enden. Es existiert aber auch eine Sage, die besagt, dass die Weihnachtsgans durch Elisabeth I. aufs europäische Festland kam. Die Königin von England aß angeblich eine Gans, als ihr im Jahr 1588 die Botschaft des Sieges über die spanische Armada überbracht wurde. Aus Freude über diesen Sieg soll sie die Gans zum Weihnachtsessen erklärt haben.
In einigen europäischen Ländern aber wird Heiligabend aus kulinarischer Sicht ganz anders begangen. In Luxemburg zum Beispiel wird sehr zünftig Blutwurst mit Kartoffelbrei und Apfelsoße gegessen, während in Polen zumeist auf Fleisch verzichtet wird. Dafür will die Tradition dort, dass zwölf Gerichte serviert werden, eines für jeden Apostel. Süße Gerichte gehören ebenso zum polnischen Weihnachtsessen wie Karpfen oder beispielsweise Barschtsch, ein schmackhafte Suppe aus vergorener roter Beete.
Ein besonderer kulinarischer Höhepunkt, nicht nur hinsichtlich Qualität, sondern auch Quantität, ist Weihnachten in Liège in Belgien. Denn außer vielerlei belgischer Spezialitäten, die auf dem berühmten Weihnachtsmarkt den ganzen Dezember über angeboten werden, wird dort Jahr für Jahr am 26. Dezember ein Wettessen, der concours du pâté gaumais, veranstaltet. Bei der pâté gaumais handelt es sich um eine Pastete mit einer speziellen Füllung aus in Weißwein, Essig und Kräutern mariniertem Schweinefleisch. Der Name der Pastete verweist auf ihren Ursprungsort, die Region Gaume. Der Teilnehmer, der in 20 Minuten mehr als alle anderen von der leckeren Pastete gegessen hat, wird zum König der pâté gaumais (le roi du pâté gaumais) gekürt.
Eines ist dann aber in ganz Europa gleich: In der Weihnachtszeit mag man es süß, vor allem zum Dessert! In Belgien isst man gerne boukète, eine Art Crêpe aus einem Teig aus Buchweizenmehl und Äpfeln, der mit Zucker bestreut kalt oder warm serviert wird. Cougnous oder cougnolles kennt man sowohl in Nordfrankreich als auch in Belgien. Sie werden wie die französischen Brioches aus einem süßen Hefeteig hergestellt. In die Mitte dieses Weihnachtsgebäcks wird vor dem Backen eine kleine in Windeln gewickelte Jesusfigur gedrückt, so dass diese im fertigen cougnou wie eingebettet in der Krippe liegt.
Das klassische Weihnachtsdessert der Franzosen ist der bûche de Noël und geht auf eine Tradition zurück, gemäß derer man an Weihnachten einen Holzscheit (bûche) im Kamin entzündete, der möglichst lange, im Idealfall zwölf Tage, brennen sollte. Da es in den meisten Häusern keinen Kamin mehr gibt, wurde aus dieser Tradition ein weihnachtliches Dessert, das das Äußere eines Holzscheites möglichst wirklichkeitsgetreu imitieren soll. Heute gibt es den bûche de Noël als mit Buttercreme gefüllte Biskuitrolle oder als Eis. Wie gut, dass Baumrinde braun ist, denn deshalb enthält die äußere Schicht viel Schokolade.
In Dänemark ist das klassische Dessert zum Weihnachtsessen die Weihnachtsgrütze, eine kalter oder warmer Milchreis mit Kirschen. In einer Portion wird eine Mandel versteckt, und derjenige, der die Mandel in seiner Portion findet, bekommt als mandelgave (Mandelgeschenk) ein Marzipanschwein.
Gemessen an der europäischen Vielfalt ist dies natürlich nur ein kleiner Einblick in die weihnachtlichen Essgewohnheiten unserer Nachbarländer. Wer Lust hat auf mehr, der nutze die Adventszeit für eine Städtereise und besuche einen der unzähligen schönen Weihnachtsmärkte. Guten Appetit!

2 Kommentare
  1. becci

    habe schon den anderen artikel gelesen und finde das ganz toll!!! mehr davon!

  2. Luisa

    Toll! Ihr bietet Euren Mitgliedern wirklich was! Weiter so!

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  • Kommentare

    • Chrissi von limango schreibt zu Last-Minute Geschenke zum Valentinstag! :
      Lieber Daniel, es ist bekannt, dass wir eine sehr hohen Warenumschlag haben und aus diesem Grunde Artikel verkauft und wieder verfügbar sind. Leider kann ich ohne konkretes Beispiel keine Prüfung einleiten. Aus diesem Grunde würde ich mich sehr freuen, wenn Du mir mehr...
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      Liebe Heike, schade, dass für dich nix dabei war. Ich werde Deine Anregung auf jeden Fall weiterleiten und muss Dir hierzu aber auch mitteilen, dass ich derzeit keine weitere Aktion einsehen konnte. Sorry! Viele liebe Grüße Chrissi
    • Chrissi von limango schreibt zu Auf in die nächste Kaufrausch Runde!:
      Liebe Susanne, es tut uns wirklich sehr leid, wenn Du Deine Bestellung noch nicht erhalten hast. Leider habe ich aus dem Blog heraus keine Einsicht in Dein Kundenaccount um Deine Frage beantworten zu können. Sorry! Viele liebe Grüße Chrissi
    • Chrissi von limango schreibt zu Last-Minute Geschenke zum Valentinstag! :
      Liebe Heidi, nein, diese Marke kannte ich noch nicht. Dein Vorschlag wurde aber gleich weitergeleitet. Viele Grüße Chrissi
    • Chrissi von limango schreibt zu Euer Feedback und Eure Verbesserungsvorschläge:
      Liebe Melanie, vielen lieben Dank für Dein positives Feedback. Es freut uns sehr, wenn unser Kundenservice Dich überzeugt. :-) Viele liebe Grüße Chrissi
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