Auf geht’s zu Runde 2! Nachdem bei Germany’s Next Topmodel letzte Woche schon die gröbste Spreu vom Weizen getrennt wurde, geht es für Heidis Mädchen heute in Richtung Berlin. Ja, richtig gehört, lediglich „in Richtung Berlin“, denn nicht alle Kandidatinnen werden unsere Hauptstadt erreichen; das macht Frau Klum gleich am Anfang klar.
Mit dem ICE geht’s also von Köln aus los gen Osten und Heidi begrüßt ihre Models vom Zugfenster aus mit einem wieder einmal unerträglich hoch geträllerten „Guten Morgääään“. Die Boyband-Konzert-Atmosphäre aus Folge 1 ist zwar nicht mehr zu spüren, aber die Kandidatinnen sind immer noch in ziemlicher Jubelstimmung. Berlin, Berlin, wir fahren nach Berlin. Zur Fashion Week, ganz nebenbei bemerkt. Die Partylaune vergeht ihnen dann aber ganz schnell wieder, als Heidi zum ersten Mal in dieser Staffel ihr Haifischgrinsen anknipst.

Bin mal gespannt, was da jetzt kommen mag. Irgendetwas Gemeines wird’s schon sein, so viel steht fest. „Es wäre doch ganz schön blöd, wenn wir hier nur blöd rumsitzen würden, oder?“, fragt Heidi dann auch prompt ihre Mädchen mit klimpernden Wimpern. Also auf an die erste große Challenge! Die Aufgabe lautet, im Bikini so elegant wie möglich durch den wackligen ICE zu stöckeln. Der Druck auf die Mädchen erhöht sich noch einmal, als Heidi verkündet, dass die Verliererinnen dieser Aufgabe den Zug schon vorher verlassen müssen. Naja, in Bielefeld oder so ist’s sicher auch schön!
Die Mädels staksen nacheinander los und nicht wenige knallen während der schunkeligen Fahrt mit ihren teilweise wirklich ungesund aussehenden, dünnen Beinen immer wieder gegen die blau gepolsterten Sitze. Die blonde Österreicherin Petra spricht mir aus der Seele, als sie sagt: „Ich musste lachen, weil das für mich so absurd war, was ich da gemacht habe.“ Hab ich auch so gesehen, liebe Petra. Ganz genauso. Heidis Gefolge, Kristian Schuller und „Q“ fanden die Aufgabe total spannend. Ich nicht. Mir ist langweilig und deswegen zappe ich in den Werbepausen immer mal wieder zum immerhin auch in Berlin sitzenden Partnersender Sat1 und schaue mir das HSV-Spiel an. Sieht bis jetzt gut aus für die Hamburger. Wieder zurück bei Heidis Mädchen sehe ich: Zwei Kandidatinnen haben es nicht hingekriegt, unter den kritischen Augen der Jury überzeugend zu laufen und müssen deswegen schon eine Station früher raus als die anderen. Schade drum, aber das Leben wird weitergehen.
In Berlin checken die Kandidatinnen dann erstmal mit einer wilden Hühnerhaufentaktik im Hotel ein und harren der Dinge, die da kommen. Ui, eine Video-Botschaft von Heidi! Es wird ein Fotoshooting mit zwei echten Stars namens Robbie und Johnny geben. Erstmal herrscht kollektive Ratlosigkeit: Welcher Robbie und welcher Johnny könnten das wohl sein? Mhmmm, mal überlegen. Als dann auch bei den Mädels der Groschen gefallen ist, dass es sich wohl um Robbie Williams und Johnny Depp handeln muss, geht das schrille Gekreische natürlich wieder los.
Blöderweise sind die Herren beim Shooting dann aber nicht aus Fleisch und Blut, sondern nur zwei stocksteife Figuren von Madame Tussaud. Die Enttäuschung ist groß, aber dafür ist keine Zeit. Bilder müssen her und dafür sollen die Mädchen die Wachskerle zum Leben erwecken. Nicht jede weiß, wie sie das anstellen soll und so stehen nicht wenige der Kandidatinnen ziemlich planlos neben ihren leblosen Modelpartnern. Andere, wie die selbstbewusste „Miss Russia“ Anna, werfen sich enthusiastisch vor die Kamera und posieren mehr oder weniger gekonnt lasziv, aber immerhin hemmungslos um „Johnny Depp“ herum. O-Ton: „Selbst als Wachsfigur ist der total heiß!“ Anna wäre übrigens offen dafür, in ein paar Jahren den Oscar in Empfang zu nehmen, denn sie hat, wie sie – zurecht leicht verlegen – offenbart „ein bisschen experience mit Schauspielern“. Davon hat man ehrlich gesagt, nicht viel gemerkt, aber na gut, lassen wir ihr mal ihre Träume. Endlich sind alle durch und das sterbenslangweilige Shooting ist überstanden. Der HSV führt übrigens inzwischen 2:0.
Am nächsten Tag gibt’s noch ein großes Highlight für alle Kandidatinnen: ein Walk auf der Fashion Week für die deutsche Star-Designerin Anja Gockel. Mal sehen, ob’s da vielleicht noch mal spannend wird. Im Moment warte ich einfach nur drauf, dass der Spuk für diese Woche ein Ende nimmt. Nach einem laaaangen, nervenaufreibenden Probetag laufen die Mädchen also am nächsten Tag auf der Fashion Week. Hier passiert aber leider auch wieder nichts wirklich Aufregendes… Alle sind Heidis Meinung nach ganz gut gelaufen und damit können wir endlich zum großen Showdown der Woche kommen, der Juryentscheidung. Um’s kurz zu machen: Time to say goodbye für insgesamt 5 Mädels und nächste Woche schauen wir dann weiter. Mal sehen, ob das Gähnpotenzial dann genauso hoch ist, wie in dieser Folge.
Ich versuche, optimistisch zu bleiben und warte die Vorschau ab. Aha, es geht nach München, zumindest zum Münchner Flughafen und eine der Aufgaben wird sein, dort auf dem laufenden Gepäckband zu posieren. Wozu soll das denn gut sein? Mussten Cindy, Claudia, Linda, Eva oder Naomi das alles eigentlich auch irgendwann einmal durchmachen? Ich glaube nicht, aber Heidi wird sich da besser auskennen und es ist ja auch ihre Show… Bleibt noch zu sagen, dass der HSV 3:1 gegen Anderlecht gewonnen hat und ich mir jetzt als Betthupferl noch das Bremen-Spiel gönnen werde. Und außerdem habe ich mir etwas für die Zukunft überlegt: Falls die Show nächste Woche genauso langweilig ablaufen sollte, werde ich die Zeit für ein kleines Spiel nützen. Euch ist ja sicher auch aufgefallen, wie nervtötend oft in der Sendung das Wort „Mädchen“ – oder eher „Meedchen“ – fällt. Beim nächsten Mal werde ich also als kleinen Zeitvertreib mitzählen, wie oft das so im Schnitt passiert. Ihr könnt ja mitmachen und am Ende gleichen wir dann unsere Ergebnisse ab
Viel Spaß dabei und liebe Grüße, Marina


