Donnerstagabend, 4. März 2010, 20.15 Uhr. Startschuss für die neue Staffel von Germany’s Next Topmodel, jippie! Ich muss gestehen, in meinem Magen kribbelt es ein bisschen so wie vor einem Fußballspiel und ich bin kurz davor, „Jetzt geht’s looos, jetzt geht’s looooos“ zu johlen. Aber ich lasse es lieber bleiben und widme mich dafür meinem speziell für diesen Anlass zubereiteten Salat. Schließlich werde ich in den nächsten zwei Stunden Models – oder Modelanwärterinnen – ohne Ende sehen, da muss es auch beim Essen artgerecht und stilecht zugehen. Dazu noch ein Mini-Fläschchen Prosecco zur Feier des Tages und die Party kann steigen!
Beim „größten Casting, das es bei Germany’s Next Topmodel je gegeben hat“, wie Heidi stolz über das Mikrofon verkündet, gibt es wie in jedem Jahr neben vielen Model-tauglichen Mädchen auch ein paar „Ausreißer“ zu sehen, die von der Jury mit einer milden was-machst-Du-bloß-hier?-Miene oder süffisanten Kommentaren bedacht werden. Natürliche Auslese eben. Und für die jetzt schon fünfte Staffel hat sich Heidi ja auch noch zwei neue Herren in die Jury geholt, die sie unter dem Gekreische der Mädchenmassen mit ihrem obligatorischen, lauten „Mwa, mwa“-Schmatzer auf dem Laufsteg in Empfang nimmt: Fotograf Kristian Schuller und Marketing-Agent „Q“, der eigentlich Qualid Ladraa heißt und trotz seiner erst 27 Lenze scheinbar schon einiges an Erfahrung im Modebusiness mitbringt. Jedenfalls kann er jedem „auf 20 Kilometer Entfernung sagen, ob man Potenzial hat oder nicht.“ Ich bin schwer beeindruckt. Das kann dann ja nur eine gute Staffel werden!
“Ich will Model werden. Kosmetikerin bin ich ja schon.”
Natürlich geht es in Sachen Gehässigkeit und Zickereien gleich von Anfang an in die Vollen. Und dann sind da auch wieder viele tolle Aussagen zu hören, über die man erst mal eine Runde nachdenken muss, bevor sie Sinn machen. Ein paar Beispiele: „Jeder hat ja Augen im Kopf. Ich mein, ich bin viel besser, weil ich die Persönlichkeit hab und eine Leopardenhose zu einem schwarzem Oberteil kombiniere.“ Aha. Auch schön: „Mein Traum ist es, Model zu werden. Kosmetikerin bin ich ja schon.“ Irgendwie schon faszinierend, oder?
Die 23-jährige Laura war dagegen ziemlich schlagfertig. Es ist offensichtlich, dass ihre blonde Mähne kein Geschenk von Mutter Natur ist, sondern aus fein säuberlich angeschweißten Extensions zusammengestückelt ist. Sie habe sich ihre langen Haare erst kurz schneiden lassen, um sie dann gleich wieder verlängern zu lassen. Auf Schullers Frage, warum es denn zu dem schnellen ab-und-wieder-dran-machen gekommen ist, bekommt er die Antwort: „Frauen.“ Dieser Logik kann man(n) sich nun wirklich nicht widersetzen, also ab in die nächste Runde mit der guten Laura!

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Hier geht’s um Fingernägel, Fußnägel und Haarspray
Dorthin folgen ihr nach ein paar mehr oder weniger schweren Aufgaben – wie auf abgesägten High-Heels laufen zu müssen oder aber auf Heidis megahohen (12 Zentimeter!) YSL-Lieblingspumps, die schon in der letzten Staffel für einige Kandidatinnen eine Nummer zu groß waren, über den Catwalk zu stöckeln – noch gut 30 weitere noch-nicht-ganz-Topmodels. Zu der elitären Riege gehört unter anderem auch die 24-jährige Anna, amtierende Miss Russland, die ohne Schminke wesentlich hübscher aussieht als in dem von ihr bevorzugten… wie nenne ich es nur höflich? … Lebedamen-Look. Auch die 18-jährige Luisa muss weiter, und das nicht nur, weil sie gut aussieht – sie quietscht auch fast genauso schön wie Heidi! Sympathisch waren auch die leicht maskulin wirkende Stuntfrau Miriam: „Ich weiß nicht, wie ich mit den Mädels hier klar kommen werde, weil’s bei denen wirklich viel um Fingernägel, Fußnägel und Haarspray geht“, und die 21-jährige Studentin Kera-Rachel („Kera wie Keira Knightley!“). Keras Markenzeichen ist ihr rechtes Ohr, das leicht absteht und schon in frühester Kindheit auf den Namen „Freddy“ getauft wurde. Wie man weiß, nennt Heidi Klum ihre Brüste ja liebevoll „Hans“ und „Franz“. Somit befindet sich „Freddy“ also in bester Gesellschaft und ist offenkundig da angekommen, wo er hingehört! Ich freue mich wirklich sehr, dass auch Victoria weitergekommen ist. So ein süßes Mädel – und wird von ihrem Freund (nach drei Jahren Beziehung!) verlassen, weil sie am GNTM-Casting teilnehmen wollte. Dazu kann ich nur sagen: Was für ein Depp!
Und dann ist die Folge auch schon vorbei – oder überstanden, wie es böse Zungen formulieren würden. Sie endet so, wie sie angefangen hat: mit viel Gejubel und Gekreische. Die lustige Luisa hat sich „nen Keks gefreut“, dass sie es in die nächste Runde geschafft hat. Herzlichen Glückwunsch! Das gilt natürlich für alle 31 Mädels, die wir nächste Woche in Berlin – und auf dem Weg dorthin, bei einem Walk durch den über die Gleise hoppelnden ICE – wieder vom Sofa aus begutachten dürfen. Denn die Heidi-Schau wird weitergehen. Ich freu mich drauf! Bis nächste Woche und liebe Grüße, Marina



genau…genau…genau!